{"id":51,"date":"2020-07-11T14:00:08","date_gmt":"2020-07-11T14:00:08","guid":{"rendered":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/?page_id=51"},"modified":"2020-12-11T12:14:41","modified_gmt":"2020-12-11T12:14:41","slug":"kolonialgedenkbrunnen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/karte\/kolonialgedenkbrunnen","title":{"rendered":"Colonial Memorial Fountain"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"has-text-align-right wp-block-heading\"><strong>Antonia Besel<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"602\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-brunnen.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-223\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-brunnen.jpg 602w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-brunnen-300x300.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-brunnen-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CHXsJ_MjAov\/\">Bei Instagram ansehen<\/a><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p>Am 6. bis 8. September 1930 fand in Weimar die Kolonialtagung des Deutschen Kolonialkrieger-Bunds statt. Einer der \u201eH\u00f6hepunkte\u201c dieser Tagung war die feierliche Einweihung eines Kolonialgedenkbrunnens mit zahlreichen Beteiligten und Bef\u00fcrworter*innen.<a name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Dieses inzwischen abgerissene Kolonialdenkmal am August-Bebel-Platz war Ausdruck einer revanchistischen Ideologie, die sp\u00e4ter auch den Nationalsozialismus befeuerte. 13 Jahre nach dem Versailler Vertrag und der Abgabe der deutschen Kolonien deutet er auf das Begehren nach einer Wiedererlangung der &#8222;Schutzgebiete&#8220; hin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"651\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Kolonialbrunnen-651x1024.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-456\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Kolonialbrunnen-651x1024.png 651w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Kolonialbrunnen-191x300.png 191w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Kolonialbrunnen-768x1207.png 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Kolonialbrunnen-977x1536.png 977w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/10\/Kolonialbrunnen.png 1105w\" sizes=\"auto, (max-width: 651px) 100vw, 651px\" \/><figcaption>Kolonialbrunnen (Fotograf unbekannt, Stadtarchiv Weimar)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gestaltung und Symbolik des Kolonialgedenkbrunnens<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Projekt eines Kolonialgedenkbrunnens kam in gro\u00dfem Ma\u00dfe vom Land Th\u00fcringen und seiner exekutiven Kraft, dem Weimarer Oberb\u00fcrgermeister Dr. Walter Felix Mueller.<a name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> In der Gestaltung des Brunnens spiegelte sich die koloniale Ideologie wider: Oben auf dem Brunnen<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> befand sich die Statue eines Adlers, der auf einer Weltkugel sitzt. In seinem Fl\u00fcgel steckt ein Pfeil und mit seinen Klauen umschlie\u00dft er<a name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> \u201edeutsches Kolonialland\u201c<a name=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a>, so w\u00f6rtlich aus der Th\u00fcringer Landeszeitung des 7. Septembers 1930. Der symboltr\u00e4chtige Adler, welcher sinnbildlich f\u00fcr das Deutsche Reich steht, thronte auf der Erdkugel und krallte mit seinen Krallen sein vermeintliches Eigentum. Trotz seiner Verwundung durch einen Pfeil im Fl\u00fcgel &#8211; symbolisch steht diese f\u00fcr den Versailler Vertrag &#8211; hielt er an den Kolonien fest. Dieses Festhalten symbolisiert das Bestreben nach Wiedererlangung der ehemaligen Kolonien, so als h\u00e4tte sie der Adler nie losgelassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Adler und die Weltkugel stammten vom Bildhauer Josef Seife.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Unten auf dem Sockel des Brunnens standen die Namen der ehemaligen Kolonien Deutschlands.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\"><sup>[7]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grund der Errichtung des Kolonialgedenkbrunnens<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der Brunnen wurde am 7. September 1930 feierlich eingeweiht. Aus verschiedenen Reden, Zeitungsartikeln, Briefen und der ausgeh\u00e4ndigten Tagesordnung ist heute noch klar erkennbar, wie das Tagungswochenende ablief, wer daran beteiligt war und welches koloniale, nationalistische und zubnehmend faschistische Gedankengut vertreten wurde. Die w\u00e4hrend der Kolonisation errichteten Denkm\u00e4ler sollten als Bezugspunkte f\u00fcr das \u201eNeu-Deutschland\u201c dienen und so dem Kolonialgedanken Popularit\u00e4t verschaffen. Nachdem das Deutsche Reich seine \u00dcberseebesitzungen in Folge des Ersten Weltkrieges abtreten musste, sollten weitere Denkm\u00e4ler daf\u00fcr sorgen, dass das von den Siegerm\u00e4chten \u201egeraubte\u201c deutsche Kolonialreich in den K\u00f6pfen der Menschen verankert bleibt.<a name=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Zu diesem Zweck wurden auch neue Denkm\u00e4ler errichtet, wie der hier behandelte Kolonialgedenkbrunnen. In engem Zusammenhang mit dessen Errichtung steht nicht nur der Deutsche Kolonialkrieger-Bund, sondern auch der zu dieser Zeit amtierende Weimarer Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller, der vom 29. M\u00e4rz 1920 bis zum 30.September 1937 das Amt innehatte.<a name=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Willkommensgru\u00df zur Tagung des Kolonialkriegerbundes<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Am 20. August 1930 erhielten der Polizeioberwachtmeister Flamm und die Presse einen Willkommensgru\u00df von eben jenem Oberb\u00fcrgermeister. Darin hie\u00df er den deutschen Kolonialkrieger-Bund in der th\u00fcringischen Landeshauptstadt herzlich willkommen. Er k\u00fcndigte an, dass anl\u00e4sslich der Tagung der Kolonialgedenkbrunnen am damaligen Bismarckplatz, heute August-Bebel-Platz, eingeweiht werden sollte. Er entstand aus einer gemeinsamen Arbeit des Bundes und der Stadt und soll zum Ausdruck bringen, dass \u201e[\u2026] auch in der Stadt Weimar der Kolonialgedanke lebt und trotz [\u2026] politische[r] und wirtschaftliche[r] N\u00f6te auch f\u00fcr die Zukunft wach gehalten werden soll.\u201c<a name=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Er fuhr fort, dass f\u00fcr Deutschland, sowie f\u00fcr alle anderen europ\u00e4ischen M\u00e4chte, St\u00fctzpunkte in \u00dcbersee aus wirtschaftlichen und ideellen Gr\u00fcnden \u00e4u\u00dferst wichtig w\u00e4ren. Zudem insistierte er, dass man einen Anspruch auf die R\u00fcckgabe der \u201eeigenen\u201c Kolonien erheben m\u00fcsste. Auch die Arbeit des Kolonialkrieger-Bundes in Weimar sollte \u201edem Kolonialen Gedanken dienen\u201c.<a name=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Mueller wandte sich in einem pers\u00f6nlichen Brief auch noch einmal an den Deutschen Kolonialkrieger-Bund und sprach ihm seinen \u201everbindlichsten Dank\u201c<a name=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> aus und f\u00fcgte hinzu, dass er \u201eder Einladung gerne Folge leisten\u201c<a name=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> werde.<a name=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zeitungsartikel zur Einweihung des Kolonialgedenkbrunnens<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die Kolonialtagung beginnt am Samstag, den 6. September 1930, um 10 Uhr mit einer Pr\u00e4sidialsitzung im Kolonialheim. Am Sonntag, den 7. September 1930, kommt es dann um 3 Uhr nachmittags zur Einweihung des Kolonialgedenkbrunnens in Weimar, welche von Reden des Generalleutnants Ritter von Epp und dem Oberb\u00fcrgermeister Mueller begleitet wird.<a name=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Am selben Tag schreibt die Allgemeine Th\u00fcringische Landeszeitung noch einmal deutlich, was schon zwischen den Zeilen des Willkommensgru\u00dfes zu lesen ist. \u201eDie Jahrestagung des Deutschen Kolonialkrieger-Bundes [\u2026] [soll] in erster Linie der Arbeit zum Wiederaufbau deutscher Kolonialmacht dienen [\u2026]\u201c<a name=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> In dem Zeitungsteil \u00fcber die Kolonialtagung ist immer wieder zu lesen, dass Deutschland Kolonien br\u00e4uchte und es wird klar die R\u00fcckgabe \u201eunserer\u201c Kolonien gefordert. Ohne diese w\u00e4re ein Deutsches Reich nicht denkbar und man w\u00e4re auf die Rohstoffe der Kolonien angewiesen. Wenn diese nicht an Deutschland zur\u00fcckgegeben werden w\u00fcrden, w\u00fcrde somit \u00dcberv\u00f6lkerung, Armut und weiteres Elend in Deutschland befeuert werden. In den Texten wird Deutschland als Opfer hingestellt. Die Deutschen seien \u201eLohnsklaven\u201c der gro\u00dfen Kolonialm\u00e4chte, da ihnen Kolonien \u201evorenthalten\u201c w\u00fcrden. W\u00e4hrend des gesamten Wochenendes wurde auch immer wieder Soldaten gedacht, die in Afrika gefallen waren. Sie werden als \u201eKolonialhelden\u201c bezeichnet und in besonderem Ma\u00dfe geehrt.<a name=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Von Kolonialverbrechen wie Repression, Vertreibung, Krieg und Genozid an den Herero und Nama ist nirgends etwas zu lesen. Die Landesregierung Th\u00fcringens positioniert sich klar: Staatsminister Baum \u00e4u\u00dfert sich in der Allgemeinen Th\u00fcringischen Landeszeitung, dass die Landesregierung<a name=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> \u201ealle Bestrebungen auf Wiedererlangen des [Deutschland] zu Unrecht vorenthaltenen Kolonialbesitzes unterst\u00fctzen und f\u00f6rdern [werde]\u201c.<a name=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Briefverkehr zwischen Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller und dem Deutschen Kolonialkrieger-Bund<\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nach der Enth\u00fcllung des Kolonialgedenkbrunnens erreichen den Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller zwei weitere Briefe des Deutschen Kolonialkrieger-Bundes. Der Erste stammt vom 13. September 1930 und dankt erneut dem B\u00fcrgermeister und seiner Stadtverwaltung explizit f\u00fcr die Errichtung des Kolonialgedenkbrunnens. Sie freuen sich besonders, dass \u201eWeimar solches Verst\u00e4ndnis und Interesse f\u00fcr die kolonialen Notwendigkeiten zeigt und die koloniale Werbung f\u00f6rdert.\u201c<a name=\"_ftnref20\" href=\"#_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Wer aus dem Brunnen Wasser trinkt oder ihn nur betrachtet, soll der ehemaligen Kolonien gedenken. Hier zeigt sich erneut, wie positiv die Erinnerung an die Kolonien in der Weimarer Republik gepr\u00e4gt ist. Sie wird von einer Trauer \u00fcber den Verlust der Kolonien begleitet. Das Leid der indigenen Menschen, die in den Kolonien leben und gelebt haben und die Kolonialverbrechen an ihnen werden au\u00dfer Acht gelassen und mit keinem Wort erw\u00e4hnt. Der Besitz von Kolonien wird glorifiziert und ihr Verlust geht mit einer konstruierten Opferrolle Deutschlands einher.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aus dem Text geht auch hervor, wie sehr Dr. Mueller den Weimarer Kolonialverein unterst\u00fctzt hat.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Im zweiten Brief an Dr. Mueller wendet sich nun der Vizepr\u00e4sident des Deutschen Kolonialkrieger-Bundes Herr Lowe pers\u00f6nlich an ihn. Auch hier ist zu lesen, wie sehr sich der Oberb\u00fcrgermeister an der Gestaltung des Kolonialgedenkbrunnens beteiligt hat. Lowe reflektiert au\u00dferdem, wie aktiv Weimar schon an der Erfurter Tagung 1921, \u201edem ersten Ansto\u00df zur Aktivierung des kol. Gedankens\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> teilgenommen hat. Er schreibt auch, dass Weimar nun die erste deutsche Stadt w\u00e4re, die sich mit der Errichtung des Kolonialgedenkbrunnens offen zu den Ideologien des Kolonialismus bekennt.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Aus allen Texten ist ganz deutlich herauszulesen, dass die Stadt Weimar und insbesondere Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller ganz eindeutig die koloniale Ideologie vertreten und auch finanziell und materiell unterst\u00fctzten. Ohne sie w\u00e4re die Tagung des Deutschen Kolonialkrieger-Bundes in dieser Form nicht m\u00f6glich gewesen. Auch die Errichtung des Kolonialgedenkbrunnens ist nur auf die Initiative der Stadt Weimar zur\u00fcckzuf\u00fchren und schien ein Geschenk an den deutschen Kolonialkrieger-Bund zu sein.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Das Denkmal ist heute nicht mehr in Weimar vorzufinden. In der DDR sind ab 1945 alle der Regierung bekannten Kolonialdenkm\u00e4ler zerst\u00f6rt worden. Dies erfolgte in Zusammenhang mit<a name=\"_ftnref24\" href=\"#_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> \u201eder Zerschlagung der \u00fcberkommenen \u201aimperialistischen Erblast\u2018 Deutschlands.\u201c<a name=\"_ftnref25\" href=\"#_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Der August-Bebel-Platz heute <\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Heute ist der August-Bebel-Platz im Weimarer Stadtbild eher in den Hintergrund ger\u00fcckt. Der Umgang der DDR mit Erinnerunsorten des deutschen Kolonialismus ist kritisch zu sehen. Statt Orte wie diesen zur kritischen Erinnerung an die deutsche Kolonialherrschaft zu nutzen und Denkm\u00e4ler zu rahmen, zu kontextualisieren und kritisch aufzuarbeiten, wurde der Kolonialbrunnen ohne Ersatz zum Verschwinden gebracht. Eine Aufarbeitung der Thematik und damit verbundene Aufkl\u00e4rungsarbeit w\u00e4ren w\u00fcnschenswert gewesen. Heute wissen die meisten Menschen dadurch nicht mehr, wie eng Weimar mit dem Kolonialgedanken verbunden war. Denkbar w\u00e4re in diesem Zusammenhang auch ein neues Denkmal, das den Opfern des deutschen Kolonialismus gewidmet ist.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Quellen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Van der Heyden, Ulrich; Zeller, Joachim (2007): Kolonialismus hierzulande &#8211; Eine Spurensuche in Deutschland. Erfurt: Sutton Verlag GmbH.<\/li><li>o.V.: Weimars Stadtoberh\u00e4upter seit 1793. In: <a href=\"http:\/\/stadt.weimar.de\">stadt.weimar.de<\/a>, URL: <a href=\"https:\/\/stadt.weimar.de\/ueber-weimar\/stadtgeschichte\/oberbuergermeister\/\">https:\/\/stadt.weimar.de\/ueber-weimar\/stadtgeschichte\/oberbuergermeister\/<\/a>, Zugriff: 05.02.2020<\/li><li>Willkommensgru\u00df, Tagesordnung, Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, Brief: Deutscher Kolonialkrieger-Bund an Herrn Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller 13.9.30 und Brief: Lowe an Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller stammen aus dem Stadtarchiv Ordner mit der Signatur: 12\/1-12-18<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endnoten<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Vgl. Tagesordnung, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Vgl. Tagesordnung, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Der Entwurf stammt von Stadtoberbaurat Lehrmann und wurde vom Architekten Saalborn aus dem Gestein Travertin hergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\"><sup>[4]<\/sup><\/a> Vgl. Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\"><sup>[5]<\/sup><\/a> Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\"><sup>[6]<\/sup><\/a> Vgl. Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\"><sup>[7]<\/sup><\/a> Vgl. Brief: Deutscher Kolonialkrieger-Bund an Herrn Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller 13.9.30, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\"><sup>[8]<\/sup><\/a> Vgl. Van der Heyden\/Zeller 2007: 267<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\"><sup>[9]<\/sup><\/a> Vgl. Website<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\"><sup>[10]<\/sup><\/a> Willkommensgru\u00df, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\"><sup>[11]<\/sup><\/a> Willkommensgru\u00df, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\"><sup>[12]<\/sup><\/a> Willkommensgru\u00df, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\"><sup>[13]<\/sup><\/a> Willkommensgru\u00df, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\"><sup>[14]<\/sup><\/a> Vgl. Willkommensgru\u00df, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\"><sup>[15]<\/sup><\/a> Vgl. Tagesordnung, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\"><sup>[16]<\/sup><\/a> Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> Vgl. Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Vgl. Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\"><sup>[19]<\/sup><\/a> Allgemeine Th\u00fcr. Landeszeitung: 7. September 1930, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Brief: Deutscher Kolonialkrieger-Bund an Herrn Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller 13.9.30, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\"><sup>[21]<\/sup><\/a> Vgl. Brief: Deutscher Kolonialkrieger-Bund an Herrn Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller 13.9.30, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> Brief: Lowe an Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\"><sup>[23]<\/sup><\/a> Vgl. Brief: Lowe an Oberb\u00fcrgermeister Dr. Mueller, An: 12\/1-12-18<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\"><sup>[24]<\/sup><\/a> Vgl. Van der Heyden\/Zeller 2007: 267<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\"><sup>[25]<\/sup><\/a> Van der Heyden\/Zeller 2007: 267<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antonia Besel Bei Instagram ansehen Am 6. bis 8. September 1930 fand in Weimar die Kolonialtagung des Deutschen Kolonialkrieger-Bunds statt. 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