{"id":61,"date":"2020-07-11T14:33:04","date_gmt":"2020-07-11T14:33:04","guid":{"rendered":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/?page_id=61"},"modified":"2020-12-11T12:06:21","modified_gmt":"2020-12-11T12:06:21","slug":"der-kolonialwarenladen","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/karte\/der-kolonialwarenladen","title":{"rendered":"The colonial goods store"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"has-text-align-right wp-block-heading\"><strong>Moritz Deutschl\u00e4nder und Rafael R\u00f6rich<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"602\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-244\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel.jpg 602w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel-300x300.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CGr9rdOj9O8\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CGr9rdOj9O8\/\">Bei Instagram ansehen<\/a><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Gustav Giesel Delikatessenladen, am Markt 22<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"487\" height=\"720\" src=\"http:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-120\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-01.jpg 487w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-01-203x300.jpg 203w\" sizes=\"auto, (max-width: 487px) 100vw, 487px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Am 1. Oktober 1904 er\u00f6ffnete in Weimar, am Markt 22, der Delikatessenladen \u201eGustav Giesel\u201c. Der gleichnamige Besitzer arbeitete in ,,(\u2026) leitender Stellung im Bremerhaven, Hannover und Minden\u2018\u2018<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>, bevor er in Weimar im Jahr 1904 die Firmen des \u201eKarl Gebesse\u201c und \u201eKarl Grothe\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a> \u00fcbernahm und wurde \u00fcber die Jahre ,,(\u2026) einer der gr\u00f6\u00dften und f\u00fchrenden H\u00e4user der Feinkost- und Weinbranche Th\u00fcringens&#8222;<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>20 Hofhaltungen kauften bei Giesel Delikatessen und Feinkostwaren ein, unter anderem seine k\u00f6nigliche Gro\u00dfhoheit des Gro\u00dfherzogs von Sachsen.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Einem Zeitungsartikel aus den \u201eWeimarer Nachrichten\u201c von 1929 konnten wir entnehmen, dass Giesel die \u201eHAPAG-Lloyd\u201c-Dampfer<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> mit Proviant versorgte und sich somit logistische Vorteile und wichtige Kontakte f\u00fcr den internationalen Handel (u.a. mit S\u00fcdfr\u00fcchten) sicherte.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Diesem Artikel zufolge haben wir es mit einem Gro\u00dfh\u00e4ndler zu tun, der weit \u00fcber Weimars Grenzen hinaus Gesch\u00e4fte machte. Seine Verbindungen zur \u201eHAPAG-Lloyd\u201c und zu Bremerhaven verdeutlichen seine internationale Reichweite.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist nicht gewiss, ob er in den deutschen Kolonien Produkte erwarb. Allerdings k\u00f6nnen wir davon ausgehen, dass er vor allem amerikanische G\u00fcter und Kolonialwaren nach Deutschland zu bringen schien, welche auf den Bildern seines Ladens erkennbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Giesel bezeichnete seine Gerichte als Delikatessen und nicht als Kolonialwaren, wie es \u00e4hnliche L\u00e4den und Lokalit\u00e4ten in der Weimarer Innenstadt taten.<a name=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a> W\u00e4hrend sein Fokus auf dem Weinhandel zu liegen schien, vertrieb Giesel mehrere Kolonialwaren, die direkt auf seine Verbindung nach Bremerhaven zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Auf Fotos des Ladens Zwischen 1910 und 1945 sind exotische Fr\u00fcchte, wie Ananas und Bananen auf den Regalen zu sehen.<a name=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Pistazien, welche vor allem aus dem Nahen Osten stammten, wurden in seinen Spezialit\u00e4ten verwendet und Ananas-Beignets wurden in dem von ihm sp\u00e4ter \u00fcbernommenen Lokal \u201eDer Goldene Adler\u201c, in der Markstra\u00dfe 14-16, serviert.<a name=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a> \u201eGiesel-Kaffee\u201c wurde in Giesel-Verpackungen mit eigenem Logo vertrieben, auf dem er stolz mit einem Hummer, einem Schinken, mehreren Weintrauben, einer Ananas und nat\u00fcrlich Wein abgebildet wurde.<a name=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Ein Schild, das vor seinem Laden angebracht wurde, warb mit dem Begriff \u201eS\u00fcdfr\u00fcchte\u201c. Er wollte also durchaus auf die exotischen Waren hinweisen. Es l\u00e4sst sich annehmen, dass die von ihm importierten \u201eS\u00fcdfr\u00fcchte\u201c zu seinen Hauptspezialit\u00e4ten und -angeboten geh\u00f6rten.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"741\" src=\"http:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-02-1024x741.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-121\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-02-1024x741.jpg 1024w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-02-300x217.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-02-768x556.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-02.jpg 1371w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Giesels Laden von innen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wir gehen davon aus, dass Gustav Giesel einer der erfolgreichsten Weimarer Kaufm\u00e4nner seiner Zeit gewesen sein muss, da er Kontakte in sozial angesehene Gesellschaftskreise pflegte und mehrere Lokalit\u00e4ten in der Stadt \u00fcbernahm. Zudem wurde viel \u00fcber ihn berichtet und auch archiviert.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Laden am Markt 22 dient als ein Beispiel. In Weimar hat es 1920 nahezu 100 Kolonialwaren- und Tabakl\u00e4den gegeben.<a name=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a> Gleich neben Giesels Laden gab es ein Tabakgesch\u00e4ft, von Hugo Hey, am Markt 24. Nebenan gab es in der Nummer 20 ein Caf\u00e9, in dem man neben Kaffee auch verschiedene Teesorten erwerben konnte.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Teil des Stadtbildes<\/em><\/strong><strong><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Schon fr\u00fch pr\u00e4gten Kolonialwarengesch\u00e4fte das Bild der Weimarer Innenstadt und die exotischen Produkte wurden mit der Zeit allt\u00e4glich und \u201enormal\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Unseren Quellen zufolge waren 1793 die vertretenen Kolonialprodukte im Herzogtum Weimar-Sachsen-Eisenach neben den handels\u00fcblichsten Waren Kaffee und Tabak auch Muskatnuss, Zimt und verschiedenste Tees; Baumwolle und Elfenbein waren ebenfalls erh\u00e4ltlich.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Es ist offensichtlich, dass die Kolonialwaren schon mehr als ein Jahrhundert vor den Aktivit\u00e4ten Gustav Giesels und Co. ihren Weg nach Weimar fanden. Mit dem Aufkommen der Kolonialwaren stieg auch der Genussmittelkonsum stetig an, wobei es viele \u00dcberschneidungen von Kolonial- und Genusswaren gibt, da so ziemlich jedes Genussmittel (von Kaffee \u00fcber Zucker bis hin zum Tabak) eine Kolonialgeschichte hat.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Kolonialwaren<\/em><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"337\" height=\"1024\" src=\"http:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-03-337x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-122\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-03-337x1024.jpg 337w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-03-99x300.jpg 99w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-03-505x1536.jpg 505w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-03-674x2048.jpg 674w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-03.jpg 718w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><figcaption>Zeitungsartikel zu Giesel (1929)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Kolonialwaren definieren sich durch die \u201e(\u2026) asymmetrische beziehungsweise ungleiche Verteilung von der Produktion eines Gutes in dem einen Land, f\u00fcr den Konsum in einem anderen\u201c.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Kolonialwaren gibt es seit Beginn des Kolonialisierungsprozesses. Die Geschichte der Produktion und des Konsums der Waren gehen Hand in Hand mit der Geschichte der Sklaverei, Ausbeutung von Natur und Bev\u00f6lkerungen der Kolonien. Bis heute ist der weltweite Handel mit den damals als \u201eKolonialwaren\u201c bezeichneten Waren von den fr\u00fchen kolonialen Strukturen gepr\u00e4gt.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a> Aber auch die Verbreitung von rassistischem Gedankengut und den damit einhergehenden Stereotypen, zum Beispiel des dienenden, kulturlosen Menschen of Colour, wurde durch die Werbung f\u00fcr Kolonialwaren wie Schokolade, besonders angetrieben.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Durch den Kolonialismus und den Kolonialwarenhandel entwickelten sich Hafenst\u00e4dte, die bis heute ihre Bedeutung als Handelszentren nicht verloren haben (z. B. Hamburg und Bremen). Au\u00dferdem entstanden Handelsrouten, die bis heute bestehen blieben (z. B. Hamburg-New York) und Plantagengebiete, die bis heute nicht an Wichtigkeit verloren haben (siehe weltweiten \u201eKaffeeg\u00fcrtel\u201c). Bis heute werden derartige Waren am Weimarer Marktplatz verkauft.<\/p>\n\n\n\n<p>Genussmittelkonsum \u2013 auch von heimischem Alkohol \u2013 steigerte sich im Allgemeinen mit der Etablierung der Kolonialwaren. Es wurden die ber\u00fchmten \u201eKaffee- und Kippenpausen\u201c eingef\u00fchrt, Caf\u00e9s in jeder Provinz er\u00f6ffnet, und vor allem die b\u00fcrgerlichen Kreise erfreuten sich an wertvollen Textilien, woraus sich mit der Zeit verschiedene Moderichtungen entwickelten. Neben den Getr\u00e4nken und Textilien sind auch Tabawaren bis heute wichtiger Bestandteil des Konsumlebens in Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Importierte Kolonialwaren als wirtschaftliche Bedrohung<\/em><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Schon in der Mitte des 18. Jahrhunderts erkannte man in Deutschland die wirtschaftliche Bedrohung der importierten Kolonialg\u00fcter, die meist von den Kolonialm\u00e4chten bezogen wurden. Somit zahlten die Deutschen hohe Z\u00f6lle und ihr Geld ging an ausl\u00e4ndische Unternehmen. Bedrohlich war dies, weil es sehr wenige G\u00fcter gab, die Deutschland als Ausgleich exportierte. Die Tarifierung der verschiedenen G\u00fcter in Weimar-Sachsen-Eisenach im Jahr 1810 diente vor allem zur F\u00f6rderung heimischer Produkte. Durch die erh\u00f6hten Tarife auf die Kolonialwaren erhoffte man sich mehr Konsum heimischer Waren und weniger Attraktivit\u00e4t der Kolonialwaren.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Der Konsum dieser Waren litt jedoch wenig und blieb offenbar Bestandteil des Alltags der deutschen Bev\u00f6lkerung. Genau 100 Jahre sp\u00e4ter, 1910, als die Deutschen bereits eigene Kolonien besa\u00dfen, wurden beinahe 200 Millionen Kilogramm Kaffee in Deutschland konsumiert wurden.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong><em>Kolonialwaren heute<\/em><\/strong><\/h2>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"812\" src=\"http:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-04-1024x812.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-123\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-04-1024x812.jpg 1024w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-04-300x238.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-04-768x609.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/giesel-04.jpg 1273w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Giesels Laden von au\u00dfen.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Unternehmen wie \u201eKaiser\u2018s Kaffeegesellschaft\u201c von 1912 bestanden bis vor Kurzem, und <a>die \u201eEDK\u201c <\/a>(Einkaufsgesellschaft Deutscher Kolonialwarenh\u00e4ndler) von 1898, heute \u201eEdeka\u201c, hei\u00dft sogar immer noch so.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> Problematisch ist vor allem der Namensteil \u201eKolonialwarenh\u00e4ndler\u201c, der direkt auf die Kolonialzeit und die Entstehungsgeschichte des Unternehmens verweist. Noch immer werden in vielen Teilen der Welt sklaven\u00e4hnliche Zust\u00e4nde auf Plantagen und in Fabriken \u2013 meist in Entwicklungsl\u00e4ndern, doch auch in EU-Staaten \u2013 festgestellt.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Was aus Giesels Handelsnetzwerk geworden ist? Es ist nicht genau feststellbar. W\u00e4hrend den sp\u00e4ten 1950er Jahren wurde das Grundst\u00fcck, Am Markt 22, renoviert. Dies geschah, weil das Geb\u00e4ude vermutlich mit weiteren am Markt w\u00e4hrend des Krieges zerbombt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute befindet sich Am Markt 22 der Juwelier Oeke KG. Nebenan, im \u201eC-Keller\u201c werden weiterhin t\u00e4glicher Kolonialwaren wie Kaffee, Tee und Tabak konsumiert. Diese G\u00fcter bleiben bis heute feste Bestandteile des Alltagslebens und der Konsum ist heute \u00fcberhaupt nicht mehr wegzudenken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Hackenesch, Silke (2016): \u201eDer Sarotti-M*** (1918\/ 1922)\u201c; In: race &amp; sex \u2013 eine Geschichte der Neuzeit; (hg.) Olaf Stieglitz und J\u00fcrgen Martschukat; Neofelis Verlag; Berlin<\/li><li>Kein Autor angegeben (1912): Eine Reise durch die Deutschen Kolonien (Band 1): Verlag Kolonialpolitischer Zeitschriften; Berlin;<\/li><li>Kleber, Thomas (2001): Der Sarotti-M***: Zum ikonographischen und literarischen Umfeld einer Werbefigur., Universit\u00e4t Siegen<\/li><li>Ludwig, J\u00f6rg (1994): Amerikanische Kolonialwaren in Sachsen 1700-1850; Leipziger Universit\u00e4tsverlag<\/li><li>Menninger, Annerose (2004): Genuss im kulturellen Wandel \u2013 Tabak, Kaffee, Tee und Schokolade in Europa (16.-19. Jahrhundert); Franz Steiner Verlag, Stuttgart<\/li><li>Sandgruber, Roman (1994): Genussmittel. Ihre reale und symbolische Bedeutung im neuzeitlichen Europa; In: Jahrbuch f\u00fcr Wirtschaftsgeschichte, Economic History Yearbook;&nbsp;Band 35; Akademie Verlag GmbH; Berlin<\/li><li>Spiekermann, Uwe (2005): Die Edeka; In: Lummel, Peter &amp; Deak, Alexandra (2005): Einkaufen \u2013 eine Geschichte des t\u00e4glichen Bedarfs; Selbstverlag, Berlin<\/li><li>Tarifliste von 1810; G 2 : 27 (n) 4:In Anna Amalia Bibliothek<\/li><li>Von Skramlik, Emil (1955): Die Rolle der Genussmittel in Schillers Leben; In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena; Jahrgang 5; Heft 1; hrsg. Der Rektor; Friedrich-Schiller-Universit\u00e4t Jena<\/li><li>W\u00fcnderich, Volker (1994): \u201eKolonialwaren f\u00fcr Europa\u201c; Akademie Verlag, Berlin<\/li><li>Yusoff, Kathryn (2019): White Utopia\/ Black Inferno \u2013 Life on a Geologic Spike: In: e-flux journal#97<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Onlinequellen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Adressbuch der Landeshauptstadt Weimar (1920), Putze &amp; Holzer Verlag, Weimar; Seite 307; online abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/zs.thulb.uni-jena.de\/rsc\/viewer\/jportal_derivate_00170323\/AbW_1920_h306.TIF?logicalDiv=log000014\">https:\/\/zs.thulb.uni-jena.de\/rsc\/viewer\/jportal_derivate_00170323\/AbW_1920_h306.TIF?logicalDiv=log000014<\/a><\/li><li>Business and Human rights Research Centre: <a href=\"https:\/\/www.business-humanrights.org\/en\/chiquita-lawsuits-re-colombia\">https:\/\/www.business-humanrights.org\/en\/chiquita-lawsuits-re-colombia<\/a><\/li><li>International Federation for Human Rights: <a href=\"https:\/\/www.fidh.org\/en\/region\/americas\/colombia\/human-rights-coalition-calls-on-icc-to-investigate-role-of-chiquita\">https:\/\/www.fidh.org\/en\/region\/americas\/colombia\/human-rights-coalition-calls-on-icc-to-investigate-role-of-chiquita<\/a><\/li><li>Bildquelle: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article191575525\/Sarotti-Mohr-in-Mannheim-Wo-ist-das-Problem-die-Figuren-abzuhaengen.html\">https:\/\/www.welt.de\/vermischtes\/article191575525\/Sarotti-Mohr-in-Mannheim-Wo-ist-das-Problem-die-Figuren-abzuhaengen.html<\/a> Sarotti<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Archivquellen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58:<\/li><li>Stadtarchiv Weimar: 60 10 5-45 Band 1\/330\/20<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endnoten<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 1)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 1)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 1)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 2)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>Um 1900 war \u201eHAPAG &amp; Lloyd\u201c einer der wichtigsten Transporteure f\u00fcr s\u00fcdamerikanischen Kaffee\/Bananen, Post- und Passagiertransport nach Europa.; Vgl. Hapag-Lloyd Webseite unter Mehr als 100 Jahre Kaffee-Erfahrung. Online abrufbar unter: https:\/\/www.hapag-lloyd.com\/de\/products\/cargo\/coffee\/history.html<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 1)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Siehe Weimarer Adressbuch von 1920, Werbeanzeige von Karl Hahndorf (Gesch\u00e4ftsempfehlung Nummer 15) oder auch Karl Brecht (Gesch\u00e4ftsempfehlung Nr.76). &nbsp;(Bild 3)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 4)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 5)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58: (Bild 6,7 &amp; 9)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Der oft zitierte Ordner aus dem Stadtarchiv Weimar: 53 24\/1 Band 58, ist ihm gewidmet.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> vgl. Adressbuch der Landeshauptstadt Weimar (1920), Putze &amp; Holzer Verlag, Weimar; Seite 307; online abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/zs.thulb.uni-jena.de\/rsc\/viewer\/jportal_derivate_00170323\/AbW_1920_h306.TIF?logicalDiv=log000014\">https:\/\/zs.thulb.uni-jena.de\/rsc\/viewer\/jportal_derivate_00170323\/AbW_1920_h306.TIF?logicalDiv=log000014<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> (vgl. Gleits-Ordnung vom 17.04. 1793, unterzeichnet durch Carl August, vorzufinden in der Anna Amalia Bibliothek Weimar).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Sandgruber, Roman (1994): Genussmittel. Ihre reale und symbolische Bedeutung im neuzeitlichen Europa; In: Jahrbuch f\u00fcr Wirtschaftsgeschichte, Economic History Yearbook;&nbsp;Band 35; Akademie Verlag GmbH; Berlin; S.73<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. W\u00fcnderich, Volker (1994): \u201eKolonialwaren f\u00fcr Europa\u201c, Akademie Verlag, Berlin, S.38<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> vgl. Yusoff, Kathryn (2019): White Utopia\/ Black Inferno \u2013 Life on a Geologic Spike: In: e-flux journal#97; S. 3-5<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Eines der bekanntesten Beispiele ist wohl der Sarotti-M***; vgl.&nbsp; Hackenesch, Silke (2016): \u201eDer Sarotti-M*** (1918\/ 1922)\u201c; In: race &amp; sex \u2013 eine Geschichte der Neuzeit; Olaf Stieglitz und J\u00fcrgen Martschukat (hrsg.); Neofelis Verlag; Berlin, S. 218-219<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> vgl. Tarifliste von 1810; G 2 : 27 (n) 4:In Anna Amalia Bibliothek<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Kein Autor angegeben (1912): Eine Reise durch die Deutschen Kolonien (Band 1): Verlag Kolonialpolitischer Zeitschriften; Berlin; S. 100<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Spiekermann, Uwe (2005): Die Edeka; In: Lummel, Peter (2005): Einkaufen \u2013 eine Geschichte des t\u00e4glichen Bedarfs; Selbstverlag, Berlin; S. 94-96<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Maschelke, Jan-Christoph (2015): Moderne Sklaverei.: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216478\/moderne-sklavereien?p=all\">https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216478\/moderne-sklavereien?p=all<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moritz Deutschl\u00e4nder und Rafael R\u00f6rich Bei Instagram ansehen Gustav Giesel Delikatessenladen, am Markt 22 Am 1. Oktober 1904 er\u00f6ffnete in Weimar, am Markt 22, der Delikatessenladen \u201eGustav Giesel\u201c. Der gleichnamige Besitzer arbeitete in ,,(\u2026) leitender Stellung im Bremerhaven, Hannover und Minden\u2018\u2018[1], bevor er in Weimar im Jahr 1904 die Firmen des \u201eKarl Gebesse\u201c und \u201eKarl&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":5,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-61","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/61","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=61"}],"version-history":[{"count":14,"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/61\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":574,"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/61\/revisions\/574"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=61"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}