{"id":54,"date":"2020-07-11T14:21:07","date_gmt":"2020-07-11T14:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/decolonize-weimar.org\/?page_id=54"},"modified":"2020-12-11T12:06:11","modified_gmt":"2020-12-11T12:06:11","slug":"decolonize-food","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/karte\/decolonize-food","title":{"rendered":"Decolonize Food"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"has-text-align-right wp-block-heading\">Johanna Ledermann<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"602\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-244\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel.jpg 602w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel-300x300.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2020\/07\/map-giesel-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CGr9rdOj9O8\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/www.instagram.com\/p\/CGr9rdOj9O8\/\">Bei Instagram ansehen<\/a><\/h4>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>1. Essen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Verbindungen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Nachbarschafts-Brunch. Im M\u00fcsli Schokosplitter und Sojajoghurt, dazu Brot mit Avocadodip und Tomate, chilli-scharfer Quinoasalat mit Bohnen, Mais, Paprika, Tofu, mit jedem Gast kommen neue Leckereien hinzu. Neben S\u00e4ften und Tees stehen diverse Kaffeekannen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Nachbar*innen sp\u00fcren \u201ecommunitas\u201c, die soziale Funktion von Essen: es verbindet mit den Menschen, mit denen es geteilt wird. Essen und Trinken ist das einzige k\u00f6rperliche&nbsp; Bed\u00fcrfnis, das Menschen gerne in gro\u00dfen Gruppen miteinander stillen, und zu dem sich ein enormes Netz an Wissen, Kulturtechniken, Traditionen, Tabus und Werten herausgebildet hat.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Trennlinien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Was letztlich geteilt werden kann und zum verbindenden Element wird, entscheiden Zugang zu Land, Arbeitsmitteln und Wissen \u00fcber Anbau; finanzielle M\u00f6glichkeiten sowie die regionale und saisonale Verf\u00fcgbarkeit. Nicht alle haben gleichberechtigten Zugang zu \u201eguter\u201c und \u201egesunder\u201c Ern\u00e4hrung. Entlang unserer Geschm\u00e4cker und Di\u00e4ten verlaufen weiterhin feine soziale Linien, die uns ganz entgegen der ureigenen sozialen Funktion des Essens trennen, statt einen.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Historizit\u00e4t<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir sind, was wir essen. Die Auseinandersetzung mit Esskulturen nimmt historisch gewachsene \u00f6konomische und politische Konditionen nur allzu schnell als gegeben hin, und normalisiert und ent-historisiert somit unseren heute selbstverst\u00e4ndlichen Zugang zu bestimmtem Essen. Dabei waren Nahrungsmittel treibende Kr\u00e4fte des Kolonialismus und sind heute weiterhin als Tr\u00e4ger und Erzeugnisse postkolonialer Strukturen relevant.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie (post-)kolonial ist Essen (nicht nur) in Deutschland? Wie k\u00f6nnen wir unsere Versorgung und unseren Konsum de-kolonisieren? Da diese Fragen nicht allein mit einem Blick auf die bislang wenig erforschte deutsche koloniale Plantagenwirtschaft beantwortet werden k\u00f6nnen, soll im Folgenden ein exemplarischer \u00dcberblick versucht werden, der langfristig Interesse an weiterer detaillierter Auseinandersetzung mit historischen Vorg\u00e4ngen und Auswirkungen auf heutige Produktions-, Handels- und Konsumweisen wecken soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Entgegen einer Ent-historisierung beginnt dies mit dem Handel mit Pflanzen hin zu erster europ\u00e4ischer kolonialen Plantagenwirtschaft mit Zuckerrohr. Die \u00f6konomischen, kulturellen und sozialen Auswirkungen des Zuckerhandels- und konsums verdeutlichen, wie einflussreich Essensversorgung ist. Weiterhin soll aufgezeigt werden, wie deutsche H\u00e4ndler*innen \/ Pflanzer*innen in koloniale Plantagenwirtschaft involviert waren und wie rassistische Bildsprache im Vertrieb von Nahrungsmitteln zur Bildung von Stereotypen und Vorurteilen beigetragen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend sollen M\u00f6glichkeiten zur Dekolonisierung von rassistischer Bildsprache und heutiger Nahrungsmittelproduktion aufgezeigt, sowie Kontinuit\u00e4ten zwischen kolonialem und heutigem Lebensmittelkonsum reflektiert werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>2. Exemplarische Kolonialgeschichte des Essens<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Handel mit Pflanzen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Seitdem Menschen Ackerbau betreiben und Pflanzen kultivieren, werden Saatgut und Fr\u00fcchte getauscht und gehandelt. In Europa entstand ein lukrativer Handel mit Gew\u00fcrzen und anderen Luxusg\u00fctern, die \u00fcber tausende Kilometer auf Seidenstra\u00dfe und Schiffswegen nach Europa importiert wurden. Exklusiver Konsum in den Adelsh\u00e4usern Europas erm\u00f6glichte Esskultur und Luxusgeschmack der Regierenden in Abgrenzung zur teils leibeigenen Bev\u00f6lkerung, die von Subsistenzwirtschaft lebte und h\u00e4ufig hungerte. Um die eigene Handelsmacht auszubauen und Zwischenh\u00e4ndler zu umgehen, schickten die portugiesische und spanische Krone Seeleute auf die Suche nach direkten Seewegen nach Indien. 1492 w\u00e4hnte sich Christ\u00f3bal Col\u00f3n am Ziel, \u201eentdeckte\u201c vermeintlich eine \u201eNeue Welt\u201c, die allerdings seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt war. Das Verlangen nach billigerem Pfeffer vermochte seine Reise zun\u00e4chst nicht zu stillen \u2013 jedoch stellt sich seine Mission als langfristig weitaus lukrativer f\u00fcr die spanische Krone heraus.<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Koloniale Pflanzen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Schnell erkannten die europ\u00e4ischen K\u00f6nigsh\u00e4user, dass nicht gleichberechtigter Handel, sondern die blutige Unterwerfung anderer Hoheitsgebiete, die direkte (land)wirtschaftliche Kontrolle und Ausbeutung der lokalen Bev\u00f6lkerung, sowie die Verschleppung und Versklavung von Menschen vom afrikanischen Kontinent in die Kolonien langfristig g\u00fcnstige Versorgung der eigenen Untertanen sowie gewinnbringenden Handel mit Lebensmitteln und Rohstoffen gew\u00e4hrleisten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p>Noch bevor ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung in den von Europ\u00e4ern getauften \u201eAmerikas\u201c durch Kolonialisten ermordet, in Zwangsarbeit ausgelaugt und get\u00f6tet, sowie durch aus Europa eingeschleppte Viren und Bakterien dahingerafft wurde, brachten spanische Schiffe die ersten Kartoffeln, Mais, Tomaten, Paprika und andere Pflanzen zur\u00fcck nach Europa. Dort in ein neues \u00d6kosystem verpflanzt, konnten sie von den Plagen und Parasiten in ihren Herkunftsregionen befreit gut gedeihen. \u00dcber die Jahrhunderte integrierten sie sich als unverzichtbarer Bestandteil regionaler und nationaler K\u00fcchen, sodass wir sie heute ganz \u201enat\u00fcrlich\u201c als lokale Pflanzen auffassen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Koloniale Plantagen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Klima und die B\u00f6den in einigen Teilen der Amerikas versprachen wiederum geeignete Anbaubedingungen f\u00fcr Gew\u00fcrze, Zuckerrohr und andere Pflanzen, die in Europa nicht kultiviert werden konnten.<\/p>\n\n\n\n<p>Bis zur Eroberung Spaniens 711 durch das islamische Weltreich war Zucker in Europa unbekannt \u2013 und blieb \u00fcber Jahrhunderte hinweg ein exklusives teures Gew\u00fcrz, dem hervorragende medizinische Eigenschaften zugeschrieben wurden<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Zun\u00e4chst im Mittelmeerraum angebaut, entstanden ab 1450 erste Plantagen auf den von Spaniern und Portugiesen besetzten Atlantikinseln Madeira und Teneriffa, die nur mit von der afrikanischen K\u00fcste dorthin verschleppten und versklavten Menschen betrieben werden konnten<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Zuckerrohr-Anbau in den Amerikas wurde nach diesem Modell gestaltet und ausgebaut.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a> Bereits 1493 reisten Kolonialisten mit Zuckerrohr in die Amerikas, ab 1503 wurden Menschen aus Afrika dorthin verschleppt und versklavt, ab 1516 begann die Produktion \u201ewei\u00dfen Golds\u201c auf Plantagen: Zucker.<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Schon im 16. Jahrhundert beteiligten sich auch die deutschen Handelsfamilien Fugger und Welser an Sklavenhandel und Plantagen. Exemplarisch<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a> f\u00fcr den sogenannten transatlantischen Dreieckshandel sei hier auch der deutsche Kaufmann Schimmelmann genannt, der im 18. Jahrhundert als eine der reichsten Privatpersonen Europas galt: \u201eAus Manufakturen in Ahrensburg und Wandsbek transportierte er das Baumwollgewebe Kattun, Waffen und Alkohol nach Westafrika, wo er diese Waren gegen gefangene Afrikaner tauschte; diese wurden in seinen Schiffen in die Karibik und nach Nordamerika verbracht, wo sie als Sklaven verkauft wurden. Mit dem Profit kaufte er durch Sklavenarbeit erzeugte karibische Produkte wie Zuckerrohr, Baumwolle und Tabak, die er wiederum nach Hamburg verschiffte.\u201c<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zucker wird zugeschrieben, eine besondere Rolle in der Entwicklung der englischen feudalen Gesellschaft hin zur Industrialisierung gespielt, und zur Herausbildung moderner Konsument*innen beigetragen zu haben: Zuckerrohr kann nicht lange gelagert, sondern muss direkt nach der Ernte weiterverarbeitet werden. Somit entstanden auf den Plantagen auch mit rudiment\u00e4ren Maschinen ausgestattete Anlagen, die erste agrarindustrielle Arbeitsorganisation notwendig machten. Disziplin, Organisation, Zeitmanagement, die Trennung von Produktion und Konsum, sowie der Arbeitenden von ihren Arbeitsmitteln \u2013 klassische Instrumente der Industrialisierung im modernen Kapitalismus, die in Europa erst ab Mitte des 18. Jahrhunderts beschrieben werden, entstanden so schon im 16. Jahrhundert in englischen Kolonien und befeuerten die wirtschaftliche Entwicklung in England.<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>&nbsp;Zucker, Wirtschaft und Gesellschaft<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich stiegen Zuckeranbau und Zuckerkonsum enorm an. Zwar verlor Zucker nun an symbolischen Wert als exklusives Luxusgut, wurde aber weiterhin als hochkalorisches, modernes Nahrungsmittel gepriesen, nun zum Wohl der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerung. Um 1800 konsumierte jede*r Engl\u00e4nder*in ca. 10 kg pro Jahr<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>. Die Abh\u00e4ngigkeit der Bev\u00f6lkerung von drug foods wie Tee und Zucker spielte in die H\u00e4nde der Industrialisierung: wer die importierten G\u00fcter konsumieren wollte, musste zunehmend dazu bereit sein, die eigene Arbeitskraft gegen Geld einzutauschen. <a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Zuckerkonsum in Deutschland<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>In Deutschland waren die Auswirkungen der kolonialen Zuckerrohrwirtschaft weniger einschneidend, dennoch zeigte der transatlantische Handel (nicht nur) mit dieser Ware langfristig auch in Deutschland Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab Ende des 16. Jahrhunderts wurde Zucker in Hamburg wei\u00df raffiniert und gewinnbringend bis nach Osteuropa gehandelt. Es handelte sich allerdings weiter um ein Luxusgut. Erst die Suche deutscher Wissenschaftler nach einer lokalen, g\u00fcnstigeren Alternative und die Entdeckung und Weiterz\u00fcchtung der Zuckerr\u00fcbe machten das Produkt Anfang des 19. Jahrhunderts f\u00fcr die breitere Bev\u00f6lkerung zug\u00e4nglich.<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> Im l\u00e4ndlichen Raum entstanden neben R\u00fcbenfeldern auch industrielle Anlagen zur Herstellung von Zucker. \u00c4hnlich wie in England wird ein Zusammenhang zwischen der Verbreitung regelm\u00e4\u00dfigen Zuckerkonsums und Industrialisierung&nbsp;&nbsp; vermutet<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Bereits der mit Zuckerrohranbau begr\u00fcndete transatlantische Handel beeinflusste die&nbsp; Industrialisierung in Deutschland ma\u00dfgeblich. Denn auch andere Rohstoffe gelangten durch Sklavenarbeit in den Amerikas verbilligt und zuverl\u00e4ssig nach Europa, neue Absatzm\u00e4rkte in Afrika sorgten f\u00fcr regionalen Aufschwung in Deutschland. <a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Plantagenwirtschaft in deutschen Kolonien<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die gestiegene Wirtschaftskraft und Wohlstand der kolonisierenden Nachbarl\u00e4nder n\u00e4hrte in Deutschland koloniale Bestrebungen. Die deutschen Kolonien in der S\u00fcdsee und Afrika wurden auch besetzt, um mit Plantagen nach Vorbild der anderen Kolonialm\u00e4chte wirtschaftlich ausgebeutet zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sobald das Land der lokalen Bev\u00f6lkerung erfolgreich illegitim enteignet worden war, stie\u00dfen deutsche Unternehmer zu einer Zeit, in der Sklavenhandel offiziell bereits verp\u00f6nt war, stets auf das gleiche Problem: die seit Jahrhunderten erfolgreich in eigenen Wirtschaftssystemen lebenden Menschen zeigten kein Interesse an der Lohnarbeit in den Plantagen.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><sup>[16]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um die Menschen zur Arbeit zu zwingen, f\u00fchrten die Deutschen in ihren Kolonien&nbsp; Steuern ein, die ohne die Plantagenarbeit kaum zu bezahlen waren, oder sie befreiten nur Zwangsarbeiter*innen in Diensten von Deutschen von den Abgaben.<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\"><sup>[17]<\/sup><\/a> In Neuguinea beispielsweise wurden Einheimische ab dem Alter von 12 Jahren aggressiv rekrutiert und mit dreij\u00e4hrigen Vertr\u00e4gen zur Arbeit verpflichtet&nbsp; \u2013 diese Befristung war den Sch\u00e4tzungen zum Verschlei\u00df der Arbeitskraft von Seiten der Plantagenbetreiber geschuldet, und dennoch starb jeder vierte Plantagenarbeiter.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\"><sup>[18]<\/sup><\/a> Aufst\u00e4nde der <a href=\"https:\/\/zwangsarbeitkolonial.wordpress.com\/glossar\/\">Nyakyusa<\/a> im Dezember 1897 im S\u00fcdwesten \u201e<a href=\"https:\/\/zwangsarbeitkolonial.wordpress.com\/glossar\/\">Deutsch-Ostafrikas<\/a>\u201c oder der gro\u00dfe Maji-Maji Krieg 1905\/1906, wurden blutig niedergeschlagen. Die imaginierten kolonialen Objekte erwiesen sich als widerst\u00e4ndige Akteur*innen ohne Interesse an Entrechtung, Beherrschung und&nbsp; \u201eZivilisierung\u201c durch Deutsche.<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\"><sup>[19]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Das Leitbild der \u201eArbeit als Tugend\u201c sollte in den Kolonien mit Gewalt umgesetzt werden. Menschen in allen deutschen Kolonien litten und starben an der rassistischen Idee der Kolonialisten, sie an Arbeit \u201egew\u00f6hnen\u201c zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die erhoffte Wirkung der Gewalt blieb aus: Aufgrund fehlender Erfahrung der Deutschen mit lokalen B\u00f6den und Plantagenwirtschaft blieben die erwarteten Exporte hinter den urspr\u00fcnglichen hohen Zielen zur\u00fcck.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\"><sup>[20]<\/sup><\/a> Dennoch bauten nach dem Ersten Weltkrieg die Siegerm\u00e4chte auf den von Deutschen geschaffenen kolonialen Strukturen der Ausbeutung weiter auf. Deutsche Unternehmer und Siedler*innen reisten weiterhin ein, betrieben Firmen, Plantagen und Handel<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><sup>[21]<\/sup><\/a>, trugen damit zum Wohlstand in Deutschland bei und f\u00fchrten den Kolonialgedanken weiter. Die kolonialen Enteignungen und von Kolonialherren mit Gewalt durchgesetzten sozialen und \u00f6konomischen Strukturen wirken sich noch heute auf die Menschen in den ehemaligen deutschen Kolonien aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Moderne Plantagen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Zumal ungleiche Machtstrukturen bestehen bleiben, handeln heutige Agrar-Unternehmen auf einem globalisierten Weltmarkt in g\u00e4nzlich anderen Dimensionen, und so ist moderne Plantagenwirtschaft in ihrem transnationalen Aufbau mittlerweile \u201ekein Relikt\u201c<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\"><sup>[22]<\/sup><\/a> des fr\u00fch-agrarindustriellen kolonialen Vorg\u00e4nger mehr. Unabh\u00e4ngig vom vermeintlich modernisierten Aufbau der Unternehmensstrukturen bleibt festzustellen: \u201eArbeitsbedingungen nach kolonialem Muster, Bezahlung nach St\u00fccklohn und schlechter Arbeitsschutz gef\u00e4hrden die Belegschaft\u201c. <a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><sup>[23]<\/sup><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Kolonialistische Bildsprache in der Nahrungsmittelwerbung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Auch heutige Bildsprache im Marketing von Nahrungsmitteln verweist h\u00e4ufig auf Motive aus der&nbsp; Kolonialzeit. In Deutschland zeigen sich diese beispielsweise in Werbeplakaten ab 1880. Werbung f\u00fcr die damals luxuri\u00f6sen Kolonialwaren richteten sich in erster Linie an kaufkr\u00e4ftige Kundschaft, welche durch die Lekt\u00fcre von \u201eEntdecker\u201c- und \u201eReise\u201c-Literatur gegebenenfalls schon kolonialistisch gepr\u00e4gtes Vorwissen besa\u00df<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> und entlehnte Motive aus der Orient-Malerei kannte. Sie erreichten im Stra\u00dfenbild angebracht aber alle gesellschaftlichen Schichten und pr\u00e4gten so ein kollektives kulturelles Ged\u00e4chtnis: \u201e[Bilder und Stereotypen bzw. das imagin\u00e4re Bildarchiv] haben eine identit\u00e4tsbildende Funktion, grenzen das Eigene [einer Gruppe] vom Anderen und m\u00f6glicherweise auch Fremden ab.\u201c<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a> Stereotypen, die konstruierte Gruppen \u201eAnderer\u201c be- und abwerten, spielen eine ma\u00dfgebliche Rolle in rassistischen Strukturen.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl Kakao, Tee und Kaffee nicht aus arabischen L\u00e4ndern importiert wurden, bewarben Werbemacher diese Produkte in Deutschland mit orientalistischen Motiven.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> Dabei wurden nicht selten ethnische Motive aus unterschiedlichen Kontinenten und Kulturen vermischt, \u201ef\u00fcr die europ\u00e4ischen Betrachter [erschienen] Afrika und Asien grenzenlos.\u201c <a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Information \u00fcber die eigentliche Herkunft der Produkte war somit nachrangig, wie in der heutigen Werbung sollten \u00fcber die Bilder auf einer emotionalen Ebene Bed\u00fcrfnisse geweckt oder angesprochen werden, und zu einer Kaufentscheidung f\u00fchren.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Orientalische Motive konnten hierbei auf unbewusste Einstellungen in der K\u00e4uferschaft zur\u00fcckgreifen, die auf den \u201eOrient\u201c eine Gegenwelt zu ihrer rapide industrialisierten Gesellschaft projizierten, welche mit der Antike assoziiert wurde, und von ahistorischem Stillstand und Verharren in Traditionalismus und Vormoderne gepr\u00e4gt sein sollte. Prachtvoll ausgestaltete Szenen spiegelten die Sehns\u00fcchte nach M\u00fc\u00dfiggang und komfortabler Lebensf\u00fchrung unabh\u00e4ngig von industrieller Gesch\u00e4ftigkeit und Lohnarbeit wieder.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer wieder treten auch Kolonialherren und <em>wei\u00dfe<\/em> \u201eEntdecker\u201c in den Motiven auf, die das Selbstbild des gerechten Kolonialismus, der die \u00fcbrige Welt \u201ezivilisieren\u201c soll bekr\u00e4ftigt. Infantilisierte Darstellungen der orientalisierten \u201eAnderen\u201c \u00fcberdecken bildnerisch den um die Jahrhundertwende in Europa publik werdenden aktiven Widerstand der Menschen unter Kolonialherrschaft und anti-koloniale Debatten. Die sexistische Typisierung der \u201eerotischen, sexuell verf\u00fcgbaren Frau\u201c, des \u201emutigen, edlen Arabers\u201c und der \u201eallgegenw\u00e4rtigen Schwarzen servilen Sklav*innen oder Diener*innen\u201c f\u00fcgen sich zu einer Kulisse des Luxus zusammen, mit dem die Produkte in der Werbung assoziiert werden sollen.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Menschen werden gem\u00e4\u00df westlicher W\u00fcnsche und Projektionen objektiviert: \u201eDas Werk &#8218;Orientalismus&#8216; hat mit Saids Worten das Denksystem &#8218;Stereotypisierung&#8216;, die Erfindung des Orientalen als ein Wesen au\u00dferhalb der &#8218;allgemeinen Menschen&#8216; zum Gegenstand.\u201c<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Verbindung zwischen kollektiv verankerten Stereotypen, Vorurteilen und Rassismus wird von sozialpsychologischen Studien regelm\u00e4\u00dfig best\u00e4tigt und weiter erforscht. W\u00e4hrend die Bek\u00e4mpfung von Rassismus auf staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen immer wieder versichert wird, ist kolonialistische stereotypisierende (Bild-)Sprache im \u00f6ffentlichen Raum und allen Medienformen trotzdem weiterhin verbreitet.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>3. Essen dekolonial<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bildsprache<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Initiativen von BIPOC<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a> und anti-rassistische Gruppierungen bem\u00fchen sich um die Umbenennung kolonialer Stra\u00dfennamen und Pl\u00e4tzen, Orten wie Caf\u00e9s oder Apotheken und Markennamen<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a>. In der \u00f6ffentlichen Diskussion m\u00f6chten <em>wei\u00dfe<\/em> Menschen immer wieder entscheiden, welche stereotypen, reduzierenden und objektivierenden Bilder oder Worte auf BIPOC nicht verletzend zu wirken haben. In einigen F\u00e4llen konnten Aktivist*innen bereits wichtige Ver\u00e4nderungen erk\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht immer sind Neu-Ausrichtungen eines Markenprofils aber erfolgreich postkolonial: Der Schwarze Sarotti-Diener wurde 2004 zum versilberten \u201eZauberer\u201c, dessen Pluderhose und Turban dennoch weiterhin klar an orientalistischen Darstellungen ankn\u00fcpft. Die vor knapp 40 Jahren von Edward Said dekonstruierte und kritisierte westliche Konstruktion des \u201eOrients\u201c, hat sich aber im Zuge wachsender Islam-Feindlichkeit mittlerweile ma\u00dfgeblich gewandelt. Der Zauberer in orientalischen Pluderhosen m\u00f6chte Konsument*innen nun vielmehr nostalgisch an eine Zeit erinnern, in der der \u201eOrient\u201c noch \u201eunproblematisch\u201c als Sehnsuchtskulisse diente und im Zuge kolonialer Aufteilung als \u201ekontrollierbar\u201c wahrgenommen wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Die entkolonisierte Darstellung eines Produkts im Werbebereich dekolonisiert das Produkt an sich allerdings nicht. Nahrungsmittelversorgung, Produktionsverh\u00e4ltnisse und Esspraktiken werden weiterhin von kolonialistischen Konzepten und Strukturen bestimmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Philosophin Lisa Heldke reflektiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eI was motivated by a deep desire to have contact with and somehow to own an experience of an Exotic Other to make myself more interesting. Food adventuring, as I was coming to think about it, made me a participant in cultural colonialism, just as surely as eating Mexican strawberries in January made me a participant in economic colonialism.\u201c<\/em><a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\"><em><strong>[33]<\/strong><\/em><\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><em>(deutsch:)<\/em><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><em>\u201eIch war motiviert von dem tiefen Wunsch, Kontakt zu einem exotischen Anderen zu haben und es irgendwie zu erleben, um mich interessanter zu machen. Das Abenteuer Essen, als ich dar\u00fcber nachdachte, machte mich zu einer Teilnehmerin am kulturellen Kolonialismus, genauso wie das Essen mexikanischer Erdbeeren im Januar mich zu einer Teilnehmerin am wirtschaftlichen Kolonialismus machte. \u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ausgehend von dieser Beobachtung soll im Folgenden ein kritischer Blick auf Aspekte dieses von Heldke betitelten \u201ecultural colonialism\u201c in Bezug auf Essenskonsum und \u201eeconomic colonialism\u201c bez\u00fcglich Essensproduktion geworfen werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Konsum<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Essen ist unweigerlich in ein Netz aus Migrationsbewegungen, Kolonisierung, ver\u00e4nderlichen kulturellen Praktiken,&nbsp; gewachsenen Geschm\u00e4ckern, transnationaler Ern\u00e4hrungsproduktion und globalen Handel eingebettet.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits wird Essen trotzdem weiterhin oft als trennender kultureller Marker des vermeintlich \u201eEigenen\u201c und \u201eFremden\u201c verwendet, ist Vehikel von Stereotypen, Ausschluss, Abwertung und Rassismus. Andererseits&nbsp; steht das Essen \u201efremder, anderer\u201c Gerichte f\u00fcr Weltoffenheit, Respekt und als verbindendes Element zwischen Kulturen. Der Konsum von vermeintlicher Differenz wird je nach Lebenswelt und Einstellungen ab- oder aufgewertet. Die Wertungen in \u201egesund\u201c &#8211; \u201eungesund\u201c, \u201enormal\u201c &#8211; \u201eexotisch\u201c, \u201elecker\u201c &#8211; \u201eeklig\u201c, \u201eteuer\u201c &#8211; \u201ebillig\u201c verlaufen zwischen sozialen Klassen, den Gerichten der dominierenden Kultur und den K\u00fcchen von Minderheiten, verfestigen Differenzen und weisen Positionen im sozialen Raum zu.<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um gemeinsames, respektvolles und verbindendes Essen zu erm\u00f6glichen, m\u00fcssten Konsument*innen erkennen, dass jede Pflanze und jedes Gericht eine kulturelle Geschichte hat. Wenn daraus resultierende Machtverh\u00e4ltnisse in die Gegenwart hinein wirken, sollten Menschen diese anerkennen und sich gem\u00e4\u00df der eigenen Position im sozialen Raum verantwortlich verhalten, um nicht abwertende Stereotype und Rassismus zu reproduzieren oder sich andere Kulturen anzueignen.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese <em>\u201ecultural appropriation\u201c<\/em> bedeutet im engeren Sinn, dass Menschen, die einer dominierenden Kultur angeh\u00f6ren, von einer nicht-dominierenden Kultur \u00f6konomisch, kulturell und\/oder symbolisch profitieren.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Gerichte sind ebenso wie die Kulturen und Menschen die sie hervorgebracht haben und kochen, divers und wandelbar. Ein \u201eauthentisches\u201c essentialisiertes Gericht gibt es nicht. Ebenso wenig wie es \u201eden echt deutschen\u201c Kn\u00f6del gibt, gibt es \u201edie echt vietnamesische\u201c Pho.&nbsp; W\u00e4hrend bestimmte Rezepte durchaus ein ideelles Eigentum sein k\u00f6nnen, sind es bestimmte Herangehensweisen an die Nahrungsmittelverarbeitung und Konsumformen nicht. Jede*r kann jede*s Gericht selbst kochen und interpretieren, kosten und teilen \u2013 in der Verantwortung, den Menschen und deren Kultur hinter dem Gericht Respekt zu erweisen und nicht daraus Profit zu schlagen, wenn dieser nicht zusteht.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso wie Reisen, ist auch das \u201eEntdecken\u201c oder Nachkochen \u201eneuer\u201c, \u201efremder\u201c,&nbsp; \u201eexotischer\u201c Gerichte in vielen gesellschaftlichen Milieus wichtig, um progressive Geisteshaltung und Weltoffenheit zu demonstrieren, ergo kulturelles und symbolisches Kapital zu erwerben. Sobald bestimmte \u201eandere\u201c K\u00fcchen im Mainstream einer dominierenden Kultur angekommen sind, sinkt gewisserma\u00dfen ihr symbolisches Kapital, das dann \u00fcber noch \u201eExotischeres\u201c akquiriert wird.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Hinterfragen des <em>wei\u00dfen<\/em> \u201eHungers auf Anderes\u201c, der Exotisierung \u201eanderer\u201c K\u00fcchen, der Selbstdarstellung, der Projektion von ahistorischer \u201eAuthentizit\u00e4t\u201c, symbolischen und kulturellen Profits, stehen am Anfang jeder Auseinandersetzung um cultural appropriation und Essen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Globaler Handel<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Mit Migrationsbewegungen entstehen internationale L\u00e4den, die Lebensmittel,&nbsp; Gew\u00fcrze und bereits verarbeitete Produkte importieren und verkaufen, die in den Superm\u00e4rkten, die die dominierende Esskultur versorgen, h\u00e4ufig nicht zu finden sind. \u00dcber \u00f6ffentliche Esslokale werden bestimmte Gerichte popul\u00e4r, finden Eingang in die Mainstreamkultur und werden zur Ware. Ein Beispiel w\u00e4re hier ein Gericht, die im Nachkriegsdeutschland \u201efremde\u201c Pizza, die heute in der Tiefk\u00fchlvariante in keinem Supermarkt fehlt. In diesem Fall waren italienische Migrant*innen die Agent*innen der Verbreitung ihrer Esskultur in der dominierenden Mainstreamkultur.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die Einf\u00fchrung neuer Produkte, die den \u201eHunger auf Anderes\u201c ansprechen, erfolgt&nbsp; aber auch \u00fcber H\u00e4ndler*innen und Food-Influencer*innen. Hier werden Lebensmittel aus ihrem kulturellen Kontext gel\u00f6st und von der dominierenden Esskultur angeeignet, ohne dass Agent*innen der Esskulturen, die diese Pflanzen gez\u00fcchtet und kultiviert haben, involviert w\u00e4ren. Die Hypes um Quinoa, Chia und Avocado sind recht aktuelle Beispiele daf\u00fcr. W\u00e4hrend Chia in der Herkunftsregion nur in geringen Mengen in Limonaden konsumiert wird, landet es in Deutschland in gro\u00dfen Mengen im Brot, M\u00fcsli, oder in sogenannten Chia-Puddings.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Rhetorik in der Bewerbung von Zucker als medizinisch-gesundes Produkt vor gut 500 Jahren \u00e4hnelt erstaunlich derjenigen der heutigen super foods. Diese erf\u00fcllen heute statt hochkalorisch und s\u00e4ttigend aber vielmehr die Kategorien und Projektionen gesund, nat\u00fcrlich, nicht-s\u00fcchtigmachend, exotisch, urspr\u00fcnglich, einfach. Wie unter Punkt 2 ausgearbeitet Zucker gewisserma\u00dfen den Bed\u00fcrfnissen der Bev\u00f6lkerung in der neuen industriellen Arbeitswelt entsprach, so lassen sich die auf super foods projizierten Eigenschaften auf die Anforderungen der aktuellen Ern\u00e4hrungs- und Arbeitssituation in Dienstleistungsgesellschaften, auf Gesundheits- und K\u00f6rperparadigmen in den heutigen Hauptimportl\u00e4ndern beziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar ist angesichts der heute existierenden Handelsnetze und Diversit\u00e4t zu bezweifeln, dass Quinoa, Chia und Avocado die Welt so nachhaltig ver\u00e4ndern m\u00f6gen wie Zucker, trotzdem hat der gestiegene Konsum dieser Erzeugnisse gro\u00dfe Auswirkungen auf lokale Anbaugebiete, regionale Konsument*innen und globalen Handel.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Globale Produktion<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Diese Nahrungsmittel werden vor allem in die USA, Europa und Australien importiert, der Absatz steigt weiter an, gleichzeitig werden Anbaugebiete ausgebaut und globalisiert. Quinoa-Neu-Z\u00fcchtungen machen den Anbau auch au\u00dferhalb der Anden m\u00f6glich<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>, Unternehmen bauen die anspruchslose Chia in Afrika an, und f\u00fcr neue Avocadobaumplantagen werden in Mexiko von Narcos W\u00e4lder gerodet \u2013 die Ertr\u00e4ge der Avocado sind f\u00fcr die Betreiber*innen illegaler Marihuana- und Mohnfelder lukrativ genug, um auch gewaltsam in den Anbau des \u201egr\u00fcnen Goldes\u201c zu investieren<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a>. Aus der Geschichte der Zuckerrohrproduktion l\u00e4sst sich ableiten, dass die Einstufung von Nahrungsmitteln als \u201eGold\u201c langfristig mit der Ausbeutung und Zerst\u00f6rung von \u00d6kosystemen und Menschen zusammenh\u00e4ngt.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwar verweisen Aktivist*innen in Importl\u00e4ndern auf lokale Pflanzen, die \u00e4hnliche nutritive Eigenschaften haben, doch der \u201eHunger aufs Andere\u201c kann damit nicht gestillt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Globale Verantwortung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Der Einkauf im Supermarkt suggeriert \u201esichere\u201c Lebensmittel, Siegel schreiben nachhaltigen Anbau und fairen Handel in das Gewissen der Konsument*innen ein. Vom Fairtrade Kaffee l\u00e4chelt ein gl\u00fccklicher Mann und reicht uns eine Kaffeebohne entgegen<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Bild wird regelm\u00e4\u00dfig von Nachrichten \u00fcber reale Produktionsbedingungen durchbrochen, beispielsweise durch Umweltskandale, Lebensmittelskandale oder Berichte \u00fcber Kinder- und Sklavenarbeit<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit und der Bildsprache auf Produkten und in Kampagnen sind es weiter die <em>wei\u00dfen<\/em> Helfer*innen, die gegen ungerechte Unternehmen, Agrarindustrie und \u201ebad governance\u201c vor Ort k\u00e4mpfen. BIPOC Forscher*innen, Agrar-Unternehmer*innen, Aktivist*innen und die Agency der&nbsp; Arbeiter*innen werden ausgeblendet. Kolonial inspirierte vermeintliche <em>wei\u00dfe<\/em> \u00dcberlegenheit wird so erfolgreich in der Vermittlung von Produktionsverh\u00e4ltnissen und beim Einkauf weiter reproduziert.<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die aus \u00f6kologischen und sozialen Bewegungen heraus institutionalisierten und kommerzialisierten Siegel f\u00fcr Bio- und Fairtrade-Produkte verschieben die Verantwortung f\u00fcr nachhaltige Produktion auf die Wahl, die Konsument*innen zwischen \u201ekonventionellen\u201c und vermeintlich besseren Produkten treffen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-large is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u201eBillige Konsumg\u00fcter sind politisch erw\u00fcnscht, denn damit lassen sich gleichzeitig der Lohn niedrig und der Konsum hoch halten. Dieser Effekt ist besonders stark in Kombination mit der Externalisierung, also der Auslagerung von Ausbeutung auf die Menschen des globalen S\u00fcdens. Der innergesellschaftliche Frieden bleibt hierzulande gewahrt, weil die sozialen Kosten unsichtbar sind und nicht von uns getragen werden. Zus\u00e4tzlich entwickelt sich ein fatales Bewusstsein \u00fcber eine scheinbare \u201eNat\u00fcrlichkeit\u201c und Normalit\u00e4t, dass die Produktions- und Konsumverh\u00e4ltnisse des globalen Nordens auf Kosten des globalen S\u00fcdens gehen. Dieses Bewusstsein greift der ethische Konsum nicht an, sondern reproduziert es.\u201c<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Da die Siegel weiterhin von Organisationen mit Sitz au\u00dferhalb der Anbaul\u00e4nder vergeben werden, ist intransparent, wie viel Einfluss und Kontrolle die lokalen Partner*innen auf die Bedingungen des umweltgerechten Fairtrade haben, in Entscheidungen eingebunden werden, und welche externen Vorgaben sie erf\u00fcllen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>In Organisationen wie \u201eLa via campesina\u201c treten hingegen BIPOC f\u00fcr weitreichende globale Handelsreformen und lokale Selbstbestimmung ein. Die vorwiegend migrantischen Arbeiter*innen aus unterschiedlichen L\u00e4ndern Afrikas, die unter extrem prek\u00e4ren Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen im S\u00fcden Spaniens Gem\u00fcse und Obst f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt produzieren, organisieren sich gewerkschaftlich, um auf \u201ebad governance\u201c im EU-Land Spanien aufmerksam zu machen und menschenw\u00fcrdige Arbeitsbedingungen zu erstreiten.<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a> In Deutschland ernten und schlachten vorwiegend Menschen aus Osteuropa, die teilweise nur f\u00fcr die Saison migrieren und mit kurzfristigen prek\u00e4ren Vertr\u00e4gen besch\u00e4ftigt werden. Die schlechten Arbeitsbedingungen sind dabei im konventionellen wie auch in Bio-Betrieben meist gleich. Die Gesundheit der Konsumierenden steht weiterhin \u00fcber der Menschenw\u00fcrde der Landarbeiter*innen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der koloniale Gedanke, konstruierte \u201eAndere\u201c f\u00fcr Arbeiten zum Wohl der \u201eeigenen\u201c Gruppe auszubeuten, zieht sich heute noch durch landwirtschaftliche Systeme weltweit und nimmt je nachdem wie sich das postkoloniale \u00f6konomische und politische Ungleichgewicht verteilt, verschiedene Manifestationen an.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieser \u00dcberblick soll auch nicht den Appetit verderben. Im Gegenteil: gerade wenn politische und \u00f6konomische Kr\u00e4fte die Gesellschaft spalten m\u00f6chten, bietet Essen so sehr wie kaum eine andere menschliche Aktivit\u00e4t die Chance respektvoll miteinander zu teilen und zusammenzuwachsen, Empathie zu entwickeln und sich langfristig solidarisch miteinander zu engagieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Quellen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Authaler, Caroline. <em>Deutsche Plantagen in Britisch-Kamerun.<\/em> Internationale Normen und lokale Realit\u00e4ten 1925 bis 1940. B\u00f6hlau Verlag GmbH &amp; Cie, K\u00f6ln, Weimar, 2018.<\/li><li>Barl\u00f6sius, Eva. <em>Soziologie des Essens: Eine Sozial- und kulturwissenschaftliche Einf\u00fchrung in die Ern\u00e4hrungsforschung<\/em>. 2., v\u00f6llig \u00fcberarb. und erw. Aufl. Weinheim: Juventa-Verl, 2011.<\/li><li>Bourdieu, Pierre. <em>Die feinen Unterschiede: Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft<\/em>. 26. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2018.<\/li><li>Europ\u00e4isches B\u00fcrger*innenforum (EBF)\/ G\u00e9taz, Raymond: <em>Was haben wir erreicht, was hat sich ver\u00e4ndert? 20 Jahre nach den rassistischen Ausschreitungen im Plastikmeer von Almer\u00eda. <\/em>In: Interbrigadas e.V.: <em>Vom Anfang und Ende der Lieferkette. Erfahrungen im Kampf gegen Agrobusiness und Supermarktmacht zwischen Almer\u00eda und Berlin.<\/em> Brosch\u00fcre im Eigenverlag. Berlin, 2020.&nbsp; S. 10-17<\/li><li>Fritsche, Michael: <em>Imagologie und kulturelles Ged\u00e4chtnis in Bildern vom Orient.<\/em> In: Fritsche, Michael \/ Schulze, Kathrin (Hg.): <em>Sesam \u00f6ffne dich. Bilder vom Orient in der Kinder- und Jugendliteratur<\/em>. Oldenburg: BIS Verlag, 2006, S. 11-26.<\/li><li>Gonz\u00e1lez, Tillson. <em>Ethischer Konsum quo vadis? Warum uns Bio und Fairtrade nicht retten werden. <\/em>In: Interbrigadas e.V.: <em>Vom Anfang und Ende der Lieferkette. Erfahrungen im Kampf gegen Agrobusiness und Supermarktmacht zwischen Almer\u00eda und Berlin.<\/em> Brosch\u00fcre im Eigenverlag. Berlin, 2020. S. 41-47<\/li><li>Grauel, Jonas. Gesundheit, Genuss und gutes Gewissen: \u00fcber Lebensmittelkonsum und Alltagsmoral. Bielefeld: Transcript-Verl. 2013.<\/li><li>Interbrigadas e.V.: <em>Vom Anfang und Ende der Lieferkette. Erfahrungen im Kampf gegen Agrobusiness und Supermarktmacht zwischen Almer\u00eda und Berlin.<\/em> Brosch\u00fcre im Eigenverlag. Berlin, 2020.<\/li><li>Marx, Karl. <em>Letter to P. V. Annenkov, Dec. 28, 1846. <\/em>In: Karl Marx and Frederick Engels, Selected Works. New York: International Publishers. 1968.<\/li><li>Mintz, Sidney.<em> Sweetness and Power.<\/em> Penguin Books, New York. 1986.<\/li><li>M\u00f6hring, Maren. <em>Fremdes Essen: Die Geschichte Der Ausl\u00e4ndischen Gastronomie in Der Bundesrepublik Deutschland<\/em>.M\u00fcnchen: Oldenbourg-Verl, 2012.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Online-Quellen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p><strong>[alle zuletzt aufgerufen am 06.05.2020]<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Antosch, Jan: <em>Die Kolonie Deutsch-Ostafrika. <\/em>Deutsches Historisches Museum Berlin.02.11.2004 Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/kaiserreich\/aussenpolitik\/die-kolonie-deutsch-ostafrika.html\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/kaiserreich\/aussenpolitik\/die-kolonie-deutsch-ostafrika.html<\/a><\/li><li>Bickham, Troy. <em>Eating the Empire: Intersections of Food, Cookery and Imperialism in Eighteenth-Century Britain.<\/em> In: Past &amp; Present, No. 198 (Feb., 2008), pp. 71-109. Oxford University Press on behalf of The Past and Present Society. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25096701\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25096701<\/a><\/li><li>Br\u00fcll, Margarete.&nbsp; <em>Die deutschen Kolonien in der S\u00fcdsee.<\/em> Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Adelhauser-Bruell1.pdf\">http:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Adelhauser-Bruell1.pdf<\/a><\/li><li>CBI Centre for the Promotion of Imports from developing countries. <em>The European market potential for chia seeds.<\/em> 24.12.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.cbi.eu\/market-information\/grains-pulses-oilseeds\/chia-seeds\/market-potential\/\">https:\/\/www.cbi.eu\/market-information\/grains-pulses-oilseeds\/chia-seeds\/market-potential\/<\/a><\/li><li>Chahine, Rima. <em>Das orientalistische Plakat Westeuropas 1880-1914. <\/em>Dissertation. Carl von Ossietzky Universit\u00e4t Oldenburg. 2012. verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/oops.uni-oldenburg.de\/2354\/1\/chaori13.pdf\">http:\/\/oops.uni-oldenburg.de\/2354\/1\/chaori13.pdf<\/a><\/li><li>Chambers, Eddie: A Postcolonial Paradox. Some Considerations. Catalog essay Coffee, Rhum, Sugar &amp; Gold. Zitiert in Terremoto. Contemporary Arts in the Americas: Coffee, Rhum, Sugar &amp; Gold. <em>Curated by Dexter Wimberly and Larry Ossei-Mensah. Museum of the African Diaspora San Francisco, California, USA .<\/em> 13.08.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/terremoto.mx\/coffee-rhum-sugar-gold-a-postcolonial-paradox\/?%20\">https:\/\/terremoto.mx\/coffee-rhum-sugar-gold-a-postcolonial-paradox\/?%20<\/a><\/li><li>Cheung, Helier. Cultural appropriation: Why is food such a sensitive subject? 13.04.2019. BBC news. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-us-canada-47892747\">https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-us-canada-47892747<\/a><\/li><li>Fitzgerald, Gerard J.\/ Petrick, Gabriella M. In Good Taste: Rethinking American History with Our Palates. In: The Journal of American History, Vol. 95, No. 2 (Sep., 2008), pp. 392-404. Oxford University Press on behalf of Organization of American Historians. Verf\u00fcgbar unter:&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25095625\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25095625<\/a><\/li><li>Glokal e.V.: Sustaining Inequality \u2013 The Neocolonial Politics of Development Education, North-South Volunteering and Fair Trade in Germany. Darkmatter 101 . In the ruins of imperial culture. An international peer-reviewed journal. 02.04.2016. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.darkmatter101.org\/site\/2016\/04\/02\/sustaining-inequality-\u2013-the-neocolonial-politics-of-development-education-north-south-volunteering-and-fair-trade-in-germany\/\">http:\/\/www.darkmatter101.org\/site\/2016\/04\/02\/sustaining-inequality-%E2%80%93-the-neocolonial-politics-of-development-education-north-south-volunteering-and-fair-trade-in-germany\/<\/a><\/li><li>Graham Clark, Colin \/ Bereton, Bridget. M. <em>West Indies. <\/em>Encyclopaedia Britannica. Letzte Aktualisierung 13.12.2018. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.britannica.com\/place\/West-Indies-island-group-Atlantic-Ocean\/Colonialism\">https:\/\/www.britannica.com\/place\/West-Indies-island-group-Atlantic-Ocean\/Colonialism<\/a><\/li><li>Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung (Hrsg.) <em>Konzernatlas 2017.<\/em>&nbsp; Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/konzernatlas2017_iii_web.pdf?dimension1=ds_konzernatlas\">https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/konzernatlas2017_iii_web.pdf?dimension1=ds_konzernatlas<\/a><\/li><li>Heldke, Lisa. &#8222;Let&#8217;s Eat Chinese!&#8220;: Reflections on Cultural Food Colonialism. In:&nbsp; Gastronomica , Vol. 1, No. 2 (Spring 2001), pp. 76-79. University of California Press. Verf\u00fcgbar unter:&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.1525\/gfc.2001.1.2.76\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.1525\/gfc.2001.1.2.76<\/a>&nbsp;&nbsp;<\/li><li>Henrich, Philipp. <em>Pro-Kopf-Konsum von Zucker in Deutschland bis 2017\/18 . <\/em>06.03.2020. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/175483\/umfrage\/pro-kopf-verbrauch-von-zucker-in-deutschland\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/175483\/umfrage\/pro-kopf-verbrauch-von-zucker-in-deutschland\/<\/a><\/li><li>International Labor Organization\/Walk Free Foundation. <em>Global estimates of modern slavery: forced labour and forced marriage.<\/em> 2017. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---dgreports\/---dcomm\/documents\/publication\/wcms_575479.pdf\">https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/&#8212;dgreports\/&#8212;dcomm\/documents\/publication\/wcms_575479.pdf<\/a><\/li><li>Intervention Zwangsarbeit. <em>Zwangsarbeit in den deutschen Kolonien.<\/em> Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/zwangsarbeitkolonial.wordpress.com\/zwangsarbeit-in-den-deutschen-kolonien\/\">https:\/\/zwangsarbeitkolonial.wordpress.com\/zwangsarbeit-in-den-deutschen-kolonien\/<\/a><\/li><li>Kabukzu, \u00d6zge.<em> &#8222;Superfood&#8220; Chia: Afrikas Bauern steigen um. <\/em>Deutsche Welle. 21.08.2017. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/superfood-chia-afrikas-bauern-steigen-um\/g-40171823\">https:\/\/www.dw.com\/de\/superfood-chia-afrikas-bauern-steigen-um\/g-40171823<\/a><\/li><li>Kim, Dakota. <em>We&#8217;re Having the Wrong Conversation About Food and Cultural Appropriation. <\/em>In: paste 06.06.2017. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.pastemagazine.com\/food\/cultural-appropriation-food-justice\/\">https:\/\/www.pastemagazine.com\/food\/cultural-appropriation-food-justice\/<\/a><\/li><li>Kiesel, Timo\/Bendix, Daniel. <em>White Charity: Eine postkoloniale, rassismuskritische Analyse der entwicklungspolitischen Plakatwerbung in Deutschland. Diskussion. I<\/em>n: Peripherie. Zeitschrift f\u00fcr Politik und \u00d6konomie in der Dritten Welt. Nr. 120\/2009. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.whitecharity.de\/peripherie_plakatwerbung.pdf\">https:\/\/www.whitecharity.de\/peripherie_plakatwerbung.pdf<\/a><\/li><li>Kuo, Rachel. <em>The Feminist Guide to Being a Foodie Without Being Culturally Appropriative.<\/em> Everydayfeminisim. 18.11.2015. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/everydayfeminism.com\/2015\/11\/foodie-without-appropriation\/\">https:\/\/everydayfeminism.com\/2015\/11\/foodie-without-appropriation\/<\/a><\/li><li>Lane, Jill. <em>Becoming Chocolate, a Tale of Racial Translation.<\/em> In: Theatre Journal, Vol. 59, No. 3, Theatre and Translation (Oct., 2007), pp. 382-388. The Johns Hopkins University Press. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25070063\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25070063<\/a><\/li><li>McCann, Shana. <em>The cultural appropriation of food.<\/em> 15.04.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.solid-ground.org\/cultural-appropriation-of-food\/\">https:\/\/www.solid-ground.org\/cultural-appropriation-of-food\/<\/a><\/li><li>Mordor Intelligence. <em>Chia Seed Market &#8211; Growth, Trends, and Forecast (2020 \u2013 2025).<\/em> Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.mordorintelligence.com\/industry-reports\/chia-seeds-market\">https:\/\/www.mordorintelligence.com\/industry-reports\/chia-seeds-market<\/a><\/li><li>&nbsp;Nunn, Nathan\/ Qian, Nancy. <em>The Columbian Exchange: A History of Disease, Food, and Ideas<\/em> In: The Journal of Economic Perspectives, Vol. 24, No. 2 (Spring 2010), pp. 163-188. Published by: American Economic Association. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25703506\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25703506<\/a><\/li><li>\u00d6kolandbau. <em>Bio-Quinoa aus Deutschland.<\/em> 30.01.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.oekolandbau.de\/landwirtschaft\/pflanze\/spezieller-pflanzenbau\/getreide\/pseudogetreide\/bioquinoa-aus-deutschland\/\">https:\/\/www.oekolandbau.de\/landwirtschaft\/pflanze\/spezieller-pflanzenbau\/getreide\/pseudogetreide\/bioquinoa-aus-deutschland\/<\/a><\/li><li>\u00d6kotest. <em>21 Superfoods im Test. Jahrbuch f\u00fcr 2017. <\/em>20.10.2016. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.oekotest.de\/essen-trinken\/21-Superfoods-im-Test_108600_1.html?artnr=107544&amp;bernr=04\">https:\/\/www.oekotest.de\/essen-trinken\/21-Superfoods-im-Test_108600_1.html?artnr=107544&amp;bernr=04<\/a><\/li><li>Raphael-Hernandez, Heike. <em>Deutsche Verwicklungen in den transatlantischen Sklavenhandel.<\/em> Bpb, 04.12.2015. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216485\/deutsche-verwicklungen-in-den-transatlantischen-sklavenhandel\">https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216485\/deutsche-verwicklungen-in-den-transatlantischen-sklavenhandel<\/a><\/li><li>Sapper, Karl. <em>Die Tropenl\u00e4nder in ihrer Bedeutung f\u00fcr deutschen Kolonialbesitz und Weltwirtschaft.<\/em> In: Geographische Zeitschrift, 24. Jahrg., 11.\/12. H. (1918), pp. 342-352. Franz Steiner Verlag. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/27810362\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/27810362<\/a><\/li><li>Schwikowski, Martina. <em>Namibia. Wem geh\u00f6rt das Land?&nbsp; <\/em>Deutsche Welle. 06.10.2018. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.dw.com\/de\/namibia-wem-geh\u00f6rt-das-land\/a-45730738\">https:\/\/www.dw.com\/de\/namibia-wem-geh%C3%B6rt-das-land\/a-45730738<\/a><\/li><li>Siems, Dorothea: <em>Jetzt stoppt die Corona-Krise auch das Lieferkettengesetz. <\/em>Die Welt. 12.03.2020. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article206500449\/Lieferkettengesetz-Kanzleramt-stoppt-Entwurf-wegen-Coronavirus.html\">https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article206500449\/Lieferkettengesetz-Kanzleramt-stoppt-Entwurf-wegen-Coronavirus.html<\/a><\/li><li>Simmel, Georg.<em>Soziologie der Mahlzeit.<\/em> In: Der Zeitgeist, Beiblatt zum Berliner Tageblatt Nr. 41 vom 10 Oktober 1910 (= Festnummer zum hundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Berliner Universit\u00e4t), S. 1-2, (Berlin). 1910. Verf\u00fcgbar unter:&nbsp; <a href=\"http:\/\/socio.ch\/sim\/verschiedenes\/1910\/mahlzeit.htm\">http:\/\/socio.ch\/sim\/verschiedenes\/1910\/mahlzeit.htm<\/a><\/li><li>Teuteberg, Hans J\u00fcrgen. <em>Der Beitrag des R\u00fcbenzuckers zur \u201eErn\u00e4hrungsrevolution\u201c des 19. Jahrhunderts.<\/em> In: Unsere t\u00e4gliche Kost, M\u00fcnster 1988, S. 153 \u2013 162.&nbsp; Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/d-nb.info\/1139263528\/34\">https:\/\/d-nb.info\/1139263528\/34<\/a><\/li><li>Weber, Klaus. Deutschland, der atlantische Sklavenhandel und die Plantagenwirtschaft der Neuen Welt (15. bis 19. Jahrhundert) In: Journal of Modern European History \/ Zeitschrift f\u00fcr moderne europ\u00e4ische Geschichte \/ Revue d&#8217;histoire europ\u00e9enne contemporaine , Vol. 7, No. 1, Europe, Slave Trade, and Colonial Forced Labour (2009), pp. 37-67. Verf\u00fcgbar unter:&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.2307\/\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.2307\/<\/a><\/li><li>Wilmot, Viviann Moana\/ Elomda, Mirjam\/ Stehrenberger, C\u00e9cile \/ Lindner, Urs \/ Gramlich, Naomie \/ Mangold, Jana: <em>Erfurt dekolonisieren.<\/em> In: Zeitschrift f\u00fcr Medienwissenschaft. Heft 22: Medium | Format, Jg. 12 (2020), Nr. 1, S. 106\u2013120. Verf\u00fcgbar unter DOI: <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.25969\/mediarep\/13660\">https:\/\/doi.org\/10.25969\/mediarep\/13660<\/a><\/li><li>Van Dam, Peter \/ Franc, Andrea: <em>Trajectories of Global Solidarity. Fair Trade Activism Since the 1960s: Introduction<\/em>. In: Contemporary European History (2019), 28, S. 512-517. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.cambridge.org\/core\/services\/aop-cambridge-core\/content\/view\/5C8A6D844B077108C390BA2D43FE6392\/S0960777319000250a.pdf\/trajectories_of_global_solidarity_fair_trade_activism_since_the_1960s_introduction.pdf\">https:\/\/www.cambridge.org\/core\/services\/aop-cambridge-core\/content\/view\/5C8A6D844B077108C390BA2D43FE6392\/S0960777319000250a.pdf\/trajectories_of_global_solidarity_fair_trade_activism_since_the_1960s_introduction.pdf<\/a><\/li><li>Yaqui. <em>4 Cartels Threaten Avocado Farmers with Extortion. <\/em>05.10.2019 Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.borderlandbeat.com\/2019\/10\/4-cartels-threaten-avocado-farmers-w.html\">http:\/\/www.borderlandbeat.com\/2019\/10\/4-cartels-threaten-avocado-farmers-w.html<\/a><\/li><li>Zeller, Joachim; Wegmann, Heiko. <em>\u201eMohren\u201c- Ein Stereotyp in der Alltagskultur.<\/em> Zuletzt aktualisiert 06.04.2017. verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Mohren-Stereotyp.htm\">http:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Mohren-Stereotyp.htm<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Endnoten<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a>Simmel, Georg. <em>Soziologie der Mahlzeit. <\/em>In: Der Zeitgeist, Beiblatt zum Berliner Tageblatt Nr. 41 vom 10 Oktober 1910 (= Festnummer zum hundertj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um der Berliner Universit\u00e4t), S. 1-2, (Berlin). 1910.Verf\u00fcgbar unter:&nbsp; <a href=\"http:\/\/socio.ch\/sim\/verschiedenes\/1910\/mahlzeit.htm\">http:\/\/socio.ch\/sim\/verschiedenes\/1910\/mahlzeit.htm<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a>Siehe als Standardwerk: Barl\u00f6sius, Eva. <em>Soziologie des Essens: Eine Sozial- und kulturwissenschaftliche Einf\u00fchrung in die Ern\u00e4hrungsforschung<\/em>.2., v\u00f6llig \u00fcberarb. und erw. Aufl. Weinheim: Juventa-Verl, 2011&nbsp;&nbsp; und Bourdieu, Pierre. <em>Die feinen Unterschiede: Kritik fer gesellschaftlichen Urteilskraft<\/em>. 26. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2018.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a>Nunn, Nathan\/ Qian, Nancy. <em>The Columbian Exchange: A History of Disease, Food, and Ideas <\/em>In: The Journal of Economic Perspectives, Vol. 24, No. 2 (Spring 2010), pp. 163-188. Published by: American Economic Association. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25703506<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a>Vgl. Mintz, Sidney.<em> Sweetness and Power.<\/em> Penguin Books, New York. 1986. S. 101f<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a>Vgl. ebd. S. 30ff<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a>Vgl. Mintz 1986, S. 42<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a>Vgl. ebd. S. 32<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a>Einen detaillierten \u00dcberblick bietet Weber, Klaus. <em>Deutschland, der atlantische Sklavenhandel und die Plantagenwirtschaft der Neuen Welt (15. bis 19. Jahrhundert)<\/em> In: Journal of Modern European History \/ Zeitschrift f\u00fcr moderne europ\u00e4ische Geschichte \/ Revue d&#8217;histoire europ\u00e9enne contemporaine , Vol. 7, No. 1, Europe, Slave Trade, and Colonial Forced Labour (2009), pp. 37-67. Verf\u00fcgbar unter:&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.2307\/\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.2307\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a>Raphael-Hernandez, Heike. <em>Deutsche Verwicklungen in den transatlantischen Sklavenhandel.<\/em> Bpb, 04.12.2015. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216485\/deutsche-verwicklungen-in-den-transatlantischen-sklavenhandel\">https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216485\/deutsche-verwicklungen-in-den-transatlantischen-<\/a><a href=\"https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/216485\/deutsche-verwicklungen-in-den-transatlantischen-sklavenhandel\">sklavenhandel<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a>Vgl. Mintz 1986, S. 51,55<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Bickham, Troy. <em>Eating the Empire: Intersections of Food, Cookery and Imperialism in Eighteenth-Century Britain.<\/em> In: Past &amp; Present, No. 198 (Feb., 2008), pp. 71-109. Oxford University Press on behalf of The Past and Present Society. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25096701\">https:\/\/www.jstor.org\/stable\/25096701<\/a>, S. 74 \u2013&nbsp;zum Vergleich: der heutige Pro-Kopf Verbrauch in Deutschland liegt bei 35 kg, siehe Henrich, Philipp. <em>Pro-Kopf-Konsum von Zucker in Deutschland bis 2017\/18 .<\/em> 06.03.2020 Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/175483\/umfrage\/pro-kopf-verbrauch-von-zucker-in-deutschland\/\">https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/175483\/umfrage\/pro-kopf-verbrauch-von-zucker-in-deutschland\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a>Vgl. ebd. 1986, S. 64, 180 ; vgl. Bickham S. 76<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a>Teuteberg, Hans J\u00fcrgen. <em>Der Beitrag des R\u00fcbenzuckers zur \u201eErn\u00e4hrungsrevolution\u201c des 19. Jahrhunderts.<\/em> In: Unsere t\u00e4gliche Kost, M\u00fcnster 1988, S. 153 \u2013 162. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/d-nb.info\/1139263528\/34\">https:\/\/d-nb.info\/1139263528\/34<\/a> S.154 f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>Vgl. Weber 2009, S. 61<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a>Weber 2009, S. 64<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a>Vgl. Br\u00fcll, Margarete.&nbsp; <em>Die deutschen Kolonien in der S\u00fcdsee.<\/em> Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Adelhauser-Bruell1.pdf\">http:\/\/www.freiburg-postkolonial.de\/Seiten\/Adelhauser-Bruell1.pdf<\/a> S. 3-5<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a>Vgl. Antosch, Jan: <em>Die Kolonie Deutsch-Ostafrika. <\/em>Deutsches Historisches Museum Berlin.02.11.2004 Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/kaiserreich\/aussenpolitik\/die-kolonie-deutsch-ostafrika.html\">https:\/\/www.dhm.de\/lemo\/kapitel\/kaiserreich\/aussenpolitik\/die-kolonie-deutsch-ostafrika.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a>Vgl. Br\u00fcll S.6<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a>Vgl. Intervention Zwangsarbeit. <em>Zwangsarbeit in den deutschen Kolonien.<\/em> Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/zwangsarbeitkolonial.wordpress.com\/zwangsarbeit-in-den-deutschen-kolonien\/\">https:\/\/zwangsarbeitkolonial.wordpress.com\/zwangsarbeit-in-den-deutschen-kolonien\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. Sapper, Karl. <em>Die Tropenl\u00e4nder in ihrer Bedeutung f\u00fcr deutschen Kolonialbesitz und Weltwirtschaft.<\/em> In:&nbsp; Geographische Zeitschrift, 24. Jahrg., 11.\/12. H. (1918), pp. 342-352. Franz Steiner Verlag. Verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.jstor.org\/stable\/27810362<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a>Vgl. Authaler, Caroline. <em>Deutsche Plantagen in Britisch-Kamerun.<\/em> Internationale Normen und lokale Realit\u00e4ten 1925 bis 1940. B\u00f6hlau Verlag GmbH &amp; Cie, K\u00f6ln, Weimar, 2018.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung (Hrsg.) <em>Konzernatlas 2017.<\/em>&nbsp; Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/konzernatlas2017_iii_web.pdf?dimension1=ds_konzernatlas\">https:\/\/www.boell.de\/sites\/default\/files\/konzernatlas2017_iii_web.pdf?dimension1=ds_konzernatlas<\/a>, S 13<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a>Vgl. Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung 2017, S.13<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a>Vgl. Chahine, Rima. <em>Das orientalistische Plakat Westeuropas 1880-1914. <\/em>Dissertation. Carl von Ossietzky Universit\u00e4t Oldenburg. 2012. verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/oops.uni-oldenburg.de\/2354\/1\/chaori13.pdf\">http:\/\/oops.uni-oldenburg.de\/2354\/1\/chaori13.pdf<\/a> S. 190<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a>Vgl. Fritsche, Michael: <em>Imagologie und kulturelles Ged\u00e4chtnis in Bildern vom Orient.<\/em> In: Fritsche, Michael \/ Schulze, Kathrin (Hg.): <em>Sesam \u00f6ffne dich. Bilder vom Orient in<\/em> <em>der Kinder- und Jugendliteratur. <\/em>Oldenburg: BIS Verlag, 2006, S. 11-26. S. 11. Zitiert in Chahine 2012 S. 189<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a>Vgl. Chahine 2012, S. 159<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Chahine 2012, S. 160<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a>Vgl. Chahine 2012, S. 191<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a>Vgl. ebd.&nbsp; S. 342<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a>Ebd. S. 334 Hervorhebungen im Original.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a>BIPOC ist eine Eigenbezeichnung und steht f\u00fcr Black, Indigenous and People of Color.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a>Siehe zum Beispiel die Bem\u00fchungen in Erfurt: Wilmot, Viviann Moana; Elomda, Mirjam; Stehrenberger, C\u00e9cile; Lindner, Urs; Gramlich, Naomie; Mangold, Jana: <em>Erfurt dekolonisieren.<\/em> In: <em>Zeitschrift f\u00fcr Medienwissenschaft<\/em>. Heft 22: Medium | Format, Jg. 12 (2020), Nr. 1, S. 106\u2013120.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a>Heldke, Lisa. <em>&#8222;Let&#8217;s Eat Chinese!&#8220;: Reflections on Cultural Food Colonialism.<\/em> In:&nbsp; Gastronomica , Vol. 1, No. 2 (Spring 2001), pp. 76-79. University of California Press verf\u00fcgbar unter: https:\/\/www.jstor.org\/stable\/10.1525\/gfc.2001.1.2.76 S. 78<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a>Vgl. Barl\u00f6sius 2011, Bourdieu 2018, und Grauel, Jonas. <em>Gesundheit, Genuss und gutes Gewissen: \u00fcber Lebensmittelkonsum und Alltagsmoral<\/em>. Bielefeld: Transcript 2013.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a>Das ist eine sehr enge Definition, die im speziellen Fall \u201eEssen\u201c von den Quellen, auf denen dieser Abschnitt aufbaut, geteilt wird: Vgl. Kuo, Rachel. <em>The Feminist Guide to Being a Foodie Without Being Culturally Appropriative.<\/em> Everydayfeminisim. 18.11.2015. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/everydayfeminism.com\/2015\/11\/foodie-without-appropriation\/\">https:\/\/everydayfeminism.com\/2015\/11\/foodie-without-appropriation\/<\/a>; Vgl. Cheung, Helier. <em>Cultural appropriation: Why is food such a sensitive subject?<\/em> 13.04.2019. BBC news. verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-us-canada-47892747\">https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-us-canada-47892747<\/a>; Vgl. McCann, Shana. <em>The cultural appropriation of food.<\/em> 15.04.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.solid-ground.org\/cultural-appropriation-of-food\/\">https:\/\/www.solid-ground.org\/cultural-appropriation-of-food\/<\/a>; Vgl. Kim, Dakota. <em>We&#8217;re Having the Wrong Conversation About Food and Cultural Appropriation. <\/em>In: paste 06.06.2017 <a href=\"https:\/\/www.pastemagazine.com\/food\/cultural-appropriation-food-justice\/\">https:\/\/www.pastemagazine.com\/food\/cultural-appropriation-food-justice\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a>Vgl. Grauel 2011<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a>M\u00f6hring, Maren. <em>Fremdes Essen: Die Geschichte Der Ausl\u00e4ndischen Gastronomie in Der Bundesrepublik Deutschland<\/em>.M\u00fcnchen: Oldenbourg-Verl, 2012.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a>Vgl. \u00d6kolandbau:<em> Bio-Quinoa aus Deutschland. <\/em>30.01.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.oekolandbau.de\/landwirtschaft\/pflanze\/spezieller-pflanzenbau\/getreide\/pseudogetreide\/bioquinoa-aus-deutschland\/\">https:\/\/www.oekolandbau.de\/landwirtschaft\/pflanze\/spezieller-pflanzenbau\/getreide\/pseudogetreide\/bioquinoa-aus-deutschland\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a>Vgl. Yaqui: <em>4 Cartels Threaten Avocado Farmers with Extortion. <\/em>Borderland Beat. 05.01.2019. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"http:\/\/www.borderlandbeat.com\/2019\/10\/4-cartels-threaten-avocado-farmers-w.html\">http:\/\/www.borderlandbeat.com\/2019\/10\/4-cartels-threaten-avocado-farmers-w.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a>Siehe die Verpackung von Caf\u00e9 Intenci\u00f3n von J.J. Darboven, seit 1866<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a>Vgl. International Labor Organization\/Walk Free Foundation. <em>Global estimates of modern slavery: forced labour and forced marriage.<\/em> 2017. Verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/---dgreports\/---dcomm\/documents\/publication\/wcms_575479.pdf\">https:\/\/www.ilo.org\/wcmsp5\/groups\/public\/&#8212;dgreports\/&#8212;dcomm\/documents\/publication\/wcms_575479.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a>Vgl. Kiesel, Timo\/Bendix, Daniel. <em>White Charity: Eine postkoloniale, rassismuskritische Analyse der entwicklungspolitischen Plakatwerbung in Deutschland. Diskussion. I<\/em>n: Peripherie. Zeitschrift f\u00fcr Politik und \u00d6konomie in der Dritten Welt. Nr. 120\/2009. verf\u00fcgbar unter: <a href=\"https:\/\/www.whitecharity.de\/peripherie_plakatwerbung.pdf\">https:\/\/www.whitecharity.de\/peripherie_plakatwerbung.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a>Gonz\u00e1lez, Tillson. <em>Ethischer Konsum quo vadis? Warum uns Bio und Fairtrade nicht retten werden. <\/em>In: Interbrigadas e.V.: <em>Vom Anfang und Ende der Lieferkette. <\/em><em>Erfahrungen im Kampf gegen Agrobusiness und Supermarktmacht zwischen Almer\u00eda und Berlin.<\/em> Brosch\u00fcre im Eigenverlag. Berlin, 2020. S. 41-47, s. 45<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a>Interbrigadas e.V.: <em>Vom Anfang und Ende der Lieferkette. <\/em><em>Erfahrungen im Kampf gegen Agrobusiness und Supermarktmacht zwischen Almer\u00eda und Berlin.<\/em> Brosch\u00fcre im Eigenverlag. Berlin, 2020.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johanna Ledermann Bei Instagram ansehen 1. Essen Verbindungen Ein Nachbarschafts-Brunch. Im M\u00fcsli Schokosplitter und Sojajoghurt, dazu Brot mit Avocadodip und Tomate, chilli-scharfer Quinoasalat mit Bohnen, Mais, Paprika, Tofu, mit jedem Gast kommen neue Leckereien hinzu. Neben S\u00e4ften und Tees stehen diverse Kaffeekannen. 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