{"id":613,"date":"2021-04-20T11:03:27","date_gmt":"2021-04-20T11:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/?page_id=613"},"modified":"2021-10-20T10:03:24","modified_gmt":"2021-10-20T10:03:24","slug":"tropenhelm-in-thueringen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/karte\/tropenhelm-in-thueringen","title":{"rendered":"Pith helmet in Thuringia"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Oder: Wie Albert Schweitzer nach Weimar kam.<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"has-text-align-right wp-block-heading\">Jannik Noeske<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"602\" height=\"602\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/map-schweitzer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-618\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/map-schweitzer.jpg 602w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/map-schweitzer-300x300.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/map-schweitzer-150x150.jpg 150w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/map-schweitzer-12x12.jpg 12w\" sizes=\"auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p class=\"has-black-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#f7d0d0\"><strong>CN: <\/strong>Rassistische Bilder und Sprache<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"712\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-1024x712.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-643\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-1024x712.jpg 1024w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-300x209.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-768x534.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-1536x1068.jpg 1536w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-16x12.jpg 16w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1-1440x1002.jpg 1440w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungssta\u0308tte_DDR_Aug_1989-1.jpg 1757w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><br>Abb. 1: Der Kegelplatz in Weimar in einer Aufnahme aus dem August 1989. Das Denkmal wurde in der Zwischenzeit um- gesetzt und befindet sich jetzt etwa an der Stelle des gro\u00dfen Nadelbaums im Vordergrund. Quelle: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungsst%C3%A4tte,_DDR_Aug_1989.jpg\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Weimar_Kegelplatz_with_Schweitzer_Memorial_and_Albert-Schweitzer-Begegnungsst%C3%A4tte,_DDR_Aug_1989.jpg\">Wikimedia Commons.<\/a><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ganz im Norden der Weimarer Altstadt, zwischen Stadtschloss, Marstall und Ilm, liegt der Kegelplatz. Auf dem idyllischen kleinen Stadtplatz befindet sich eine Bronzestatue zu Ehren Albert Schweitzers. Der Arzt, Theologe und Philosoph wird als Teil einer Figurengruppe dargestellt \u2013 neben ihm ist ein jugendliches M\u00e4dchen abgebildet, ihm gegen\u00fcber steht eine Mutter mit Kind im Arm. Das Denkmal ist Teil des Weimarer Stadtbildes. Wie ist das Denkmal nach Weimar gekommen? Und was vermittelt es uns heute noch? Die Auseinandersetzung mit seiner Entstehungsgeschichte, seiner problematischen Bildsprache und der Bedeutung Schweitzers f\u00fcr den europ\u00e4ischen Kolonialismus ist auch eine Reise in meine eigene Vergangenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Vielleicht war ich acht oder zehn Jahre alt, als ich das Schweitzer-Haus in K\u00f6nigsfeld im Schwarzwald besucht habe. Der Arzt und Theologe hatte es Mitte der 1920er f\u00fcr seine Familie bauen lassen, nachdem seine els\u00e4ssische Heimat an Frankreich abgetreten wurde. Genau wie Schweitzer bin ich im protestantischen Pfarrhaus gro\u00dfgeworden, einem Nachbarort von K\u00f6nigsfeld. Soweit ich mich erinnern kann, begegnete mir der g\u00fctige Blick und der Schnauzbart Schweitzers in Bildern und Geschichten \u2013 immer verbunden mit dem Eindruck, es mit einem <em>durch und durch guten Menschen<\/em> zu tun zu haben. Schweitzer wurde mir als Vertreter eines \u201eguten Kolonialismus\u201c, eines christlichen Humanismus in einem \u201er\u00fcckst\u00e4ndigen\u201c Afrika vorgestellt. Als ich etwa zehn Jahre sp\u00e4ter das erste Mal nach Weimar kam und dem Denkmal begegnete, kamen zwar die diffusen Bilder wieder; aber erst jetzt, weitere zehn Jahre sp\u00e4ter, bin ich dem (Nach-)Leben des Friedensnobelpreistr\u00e4gers gefolgt. Was ich gefunden habe, ist mehr als nur eine Weimarer Lokalgeschichte, sondern erz\u00e4hlt uns von einer Reise von DDR-Funktion\u00e4ren nach Lambar\u00e9n\u00e9 in Gabun, von den Afrika-Bildern der DDR-Kunst genauso wie vom Sprechen und Schweigen in \u00fcber 50 Jahren Schweitzer-Gedenken.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/01.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-646\" width=\"579\" height=\"642\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/01.jpg 792w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/01-270x300.jpg 270w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/01-768x852.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/01-11x12.jpg 11w\" sizes=\"auto, (max-width: 579px) 100vw, 579px\" \/><figcaption><br>Abb. 2: Eine Skizze des K\u00fcnstlers f\u00fcr das Albert-Schweitzer- Denkmal in Weimar, gezeichnet im September 1968. Quelle: Neue Zeit vom 28. September 1968, S 10.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Theologe, Organist, Arzt \u2013 Kolonialist?<\/h2>\n\n\n\n<p>Albert Schweitzer (1875-1965) wurde vor allem wegen seines Engagements als Arzt in einem Missionshospital in Gabun weltweit ber\u00fchmt.<a name=\"_ftnref1\" href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Dabei war Schweitzer ein Mann mit vielen Interessen: 1875 im damals deutschen Elsass als Sohn eines protestantischen Geistlichen geboren, nahm er in Stra\u00dfburg Studien in Philosophie und Theologie auf, die er jeweils mit einer Promotion abschloss. Daneben machte er sich an der Orgel als Bach-Interpret einen Namen. Er entschied sich aber gegen Karrieren im Pfarrdienst, in der Wissenschaft oder am Orgelpult. Im Alter von 30 Jahren nahm er das Studium der Medizin auf, um sich daraufhin in einem Hospital der franz\u00f6sischen Mission zu engagieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Nachdem er auch dieses anders als geplant mit der Approbation als Arzt und der Promotion abgeschlossen hatte, begab er sich 1913 erstmals nach Lambar\u00e9n\u00e9 im westafrikanischen Gabun, um als leitender Arzt das dortige Missionshospital mit aufzubauen. Zwischen 1913 und 1959 reiste er insgesamt vierzehn Mal nach Lambar\u00e9n\u00e9, um im Hospital zu wirken, wobei seine Aufenthalte zwischen wenigen Monaten und mehreren Jahren andauerten. Schweitzer wurde f\u00fcr sein Wirken mit zahlreichen Preisen geehrt und mit internationaler Anerkennung \u00fcberh\u00e4uft. Sp\u00e4testens nach der Verleihung des Friedensnobelpreises 1953 wurde der Mythos Schweitzer um die ganze Welt getragen.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders umstritten war seit den 1950er Jahren seine Rolle als <em>wei\u00dfer<\/em> Arzt im Missions- und Kolonialsystem. Die Kritik, die als Reaktion auf die schlagartige Bekanntheit Schweitzers nach Verleihung des Friedensnobelpreises 1953 einsetzte, ist auch im Kontext internationaler Beziehungen zu sehen. Einerseits wurde sein Engagement gegen Atomwaffen von verschiedenen Seiten ideell instrumentalisiert, andererseits zeitigten auch die sich emanzipierenden Unabh\u00e4ngigkeitsbewegungen in zahlreichen afrikanischen Staaten eine wachsende Problematisierung von Schweitzers Wirken im Allgemeinen, aber auch an den Zust\u00e4nden und Begebenheiten in Lambar\u00e9n\u00e9. Schweitzer galt nicht mehr nur als selbstloser Humanist mit gro\u00dfem Herzen, sondern zunehmend auch als Vertreter eines unterdr\u00fcckerischen Kolonialsystems und als Modernisierungsverhinderer. Thomas Suermann beschreibt die kolonialen Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse auf folgenden Ebenen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbErstens im Unterschied zwischen Europ\u00e4er und Afrikaner und zwischen Wei\u00dfem und Schwarzem; zweitens im Verh\u00e4ltnis zwischen Arzt und Patient; drittens in der historischen Rolle zwischen Kolonisator und Kolonisiertem und, damit verbunden, schlie\u00dflich auch in dem von ihm selbst festgelegten Verh\u00e4ltnis von \u203a\u00e4lterem\u2039 und \u203aj\u00fcngerem Bruder\u2039. \u00ab<a name=\"_ftnref2\" href=\"#_ftn2\">[2]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-699x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-654\" width=\"477\" height=\"699\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-699x1024.jpg 699w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-205x300.jpg 205w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-768x1125.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-1048x1536.jpg 1048w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-1398x2048.jpg 1398w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-8x12.jpg 8w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-1440x2110.jpg 1440w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/12-1-scaled.jpg 1747w\" sizes=\"auto, (max-width: 477px) 100vw, 477px\" \/><figcaption>Abb. 3: \u201eWasser aus einer Liane ist eine begehrte Erfrischung\u201c \u2013 diese Abbildung aus Gerald G\u00f6ttings \u201eBegegnung mit Albert Schweitzer\u201c (1961) verdeutlicht die Reproduktion kolonialer Bildwelten: Tropenhelm und Hemd (wei\u00df, sauber) bei G\u00f6tting und l\u00f6chriges Hemd, schlecht sitzender Hut und die unterw\u00fcrfige Geste des \u201eBedienens\u201c bei seinem Gegen\u00fcber, dazu die exotisierende Vorstellung von \u201eNat\u00fcrlichkeit\u201c des Trinkens aus der Liane, um der \u00f6rtlichen Hitze zu begegnen.<br>Quelle: Begegnungen mit Albert Schweitzer (1961), S. 63.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Wollen wir heute ein differenziertes Bild vom Wirken des Arztes und Menschen Schweitzer zeichnen, m\u00fcssen wir uns zun\u00e4chst mit den (Selbst-)Darstellungen, aber auch den Instrumentalisierungen auseinandersetzen, die Schweitzer von zahlreichen Seiten erfahren, aber auch genutzt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>So ist die Erinnerung an Albert Schweitzer als Ergebnis einer jahrzehntelangen kontroversen Rezeptionsgeschichte zu verstehen. Aus heutiger Perspektive ist das teilweise holzschnittartige Bild des \u00bbUrwalddoktors\u00ab jedoch nicht unproblematisch, wie die beiden Historiker und Schweitzer-Experten Nils Ole Oermann und Thomas Suermann betonen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDie einen sehen in ihm bis heute den wohlmeinenden \u203aUrwalddoktor\u2039, der sich mit Leib und Seele um die ihm anvertrauten Afrikaner k\u00fcmmerte. In diesem \u203aSich k\u00fcmmern\u2039 sehen andere bereits Z\u00fcge eines kolonialen Patriarchen, der sein Krankenhaus durchaus mit straffer Hand f\u00fchrte, der im Denken vergangener Jahrhunderte verharrte und den Afrikanern die Moderne rigoros vorenthalten wollte und der, wenn er doch von den Afrikanern als seine \u203aj\u00fcngeren Br\u00fcder\u2039 sprach, seinen wei\u00dfen Tropenhelm in rund f\u00fcnfzig Jahren Afrika nie wirklich abgesetzt habe.\u00ab<a name=\"_ftnref3\" href=\"#_ftn3\">[3]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Schweitzers Engagement in Lambar\u00e9n\u00e9 hat sich auch zu einem Identifikationsort europ\u00e4ischer Machtanspr\u00fcche des Kolonialismus gewandelt. Das \u00bbeurozentrische Sendungsbewusstsein\u00ab missionarischer Aktivit\u00e4ten in Afrika habe letztendlich zur Legitimierung des Kolonialismus gedient, so Oermann und Suermann. Zwar sei Schweitzers Werk in Gabun \u00bbAusdruck eines kritischen Blicks im Sinne einer S\u00fchne auf die koloniale Realit\u00e4t\u00ab, das Hospital habe aber auch dazu beigetragen, \u00bbdass sich Europa von der kolonialen Schuld entlastet f\u00fchlen durfte.\u00ab<a name=\"_ftnref4\" href=\"#_ftn4\">[4]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Um 1960 verhandelte die europ\u00e4ische \u00d6ffentlichkeit, wie Schweitzer und sein Wirken aus (post-)kolonialer, aus medizin-ethischer und aus politischer Sicht bewertet werden sollte;<a name=\"_ftnref5\" href=\"#_ftn5\">[5]<\/a> Diskussionen, die erst zu dem ambivalenten Bild gef\u00fchrt haben, das uns heute \u00fcberliefert wird. Auch in der gabunischen und \u2013 genereller \u2013 afrikanischen \u00d6ffentlichkeit wurde und wird die Rolle Schweitzers als Protagonist des europ\u00e4ischen Kolonialismus diskutiert.<a name=\"_ftnref6\" href=\"#_ftn6\">[6]<\/a> Kaum bekannt ist dabei die Erinnerungspolitik der DDR, wo Schweitzer in seinen letzten Lebensjahren und direkt im Anschluss an seinen Tod im Jahr 1965 politisch vereinnahmt wurde. Die St\u00e4tte dieser DDR-spezifischen Schweitzer-Erinnerungspolitik befindet sich seit 1968 am Kegelplatz in Weimar.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schweitzer, G\u00f6tting, Havemann<\/h2>\n\n\n\n<p>Als Gerald G\u00f6tting (1923-2015), der Vorsitzende der Ost-CDU, das Albert-Schweitzer-Denkmal in Weimar am 1. Oktober 1968 anl\u00e4sslich des 12. Parteitags der Block-CDU in Erfurt er\u00f6ffnete, erl\u00e4uterte er, wieso ausgerechnet Weimar als Standort des Denkmals ausgew\u00e4hlt wurde. Der Els\u00e4sser Schweitzer hatte keine besonderen Bez\u00fcge zu ostdeutschen St\u00e4dten, abgesehen von Berlin, wo er 1899 kurzzeitig studiert hatte. Weimar selbst hat Schweitzer nie gesehen. So blieb G\u00f6tting nur der eher allgemeine Verweis auf die humanistische Tradition der Klassikerstadt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbNicht zuf\u00e4llig haben wir die Klassikerstadt Weimar als den Ort f\u00fcr die Aufstellung des Denkmals gew\u00e4hlt. Der Geist, der in ihren Mauern lebendig ist, der Geist der Humanit\u00e4t, pr\u00e4gte die Pers\u00f6nlichkeit und das Lebenswerk Albert Schweitzers.\u00ab<a name=\"_ftnref7\" href=\"#_ftn7\">[7]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"871\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-1024x871.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-651\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-1024x871.jpg 1024w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-300x255.jpg 300w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-768x653.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-1536x1306.jpg 1536w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-2048x1741.jpg 2048w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-14x12.jpg 14w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/13-1-1440x1224.jpg 1440w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption><br>Abb. 4: Havemann, Schweitzer und G\u00f6tting (vlnr., vierte Person unbekannt) in Lambar\u00e9n\u00e9. Die Aufnahme rechts zeigt alle in Tropenhelmen. Der Tropenhelm entwickelte sich in den 1950er Jahren zunehmend zum Symbol der unterdr\u00fcckerischen Kolonialm\u00e4chte und verlor in der Folge an Bedeutung. Noch heute dient er zur Darstellung und insbesondere Romantisierung europ\u00e4ischer Kolonialabenteuer. Quelle: Begegnungen mit Albert Schweitzer (1961), Bildtafel 2 \/ S. 15.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Der CDU-Politiker G\u00f6tting suchte nach der Verleihung des Friedensnobelpreises 1953 den Kontakt zu Schweitzer. Ein erstes Schreiben G\u00f6ttings nach Lambar\u00e9n\u00e9 datiert auf Januar 1955, anl\u00e4sslich des 80. Geburtstags Schweitzers. Zwischen G\u00f6tting und Schweitzer entwickelte sich in den folgenden Jahren ein intensiver, freundschaftlicher Briefkontakt. Im Dezember 1959 k\u00fcndigte der CDU-Politiker einen ersten von zwei Besuchen in Gabun an. F\u00fcr das Zentralkomitee der SED bestand die M\u00f6glichkeit, \u00fcber G\u00f6tting \u2013 \u00bbDer Christ sagt ja zum Sozialismus\u00ab, so der Titel eines Buches von G\u00f6tting von 1960 \u2013 die Beziehung aufzubauen und Schweitzer f\u00fcr die au\u00dfenpolitischen Anliegen des Staatssozialismus zu vereinnahmen. In einem internen Papier hie\u00df es im Vorfeld der Reise: \u00bbAlbert Schweitzer [stellt sich] objektiv gegen die Atomr\u00fcstungspolitik Westdeutschlands, und es erscheint zweckm\u00e4ssig, seine Haltung f\u00fcr unsere Politik auszun\u00fctzen.\u00ab<a name=\"_ftnref8\" href=\"#_ftn8\">[8]<\/a> Die erste Reise G\u00f6ttings nach Lambar\u00e9n\u00e9 fand im Januar 1960 statt.<a name=\"_ftnref9\" href=\"#_ftn9\">[9]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zusammen mit G\u00f6tting war Robert Havemann, der sp\u00e4ter als Oppositioneller aus der SED ausgeschlossen und mit Berufsverbot belegt wurde, nach Lambar\u00e9n\u00e9 gereist. Havemann vertrat den Friedensrat der DDR und die SED. Au\u00dferdem war noch Hans Kracht dabei, der als Kameramann die Reise dokumentieren sollte.<a name=\"_ftnref10\" href=\"#_ftn10\">[10]<\/a> Zentral war dabei das Anliegen, Schweitzer als \u00bbgro\u00dfen Humanisten\u00ab und als Wissenschaftler an das sozialistische Deutschland zu binden. F\u00fcr Schweitzer bot sich die M\u00f6glichkeit, in der DDR \u2013 und damit in der gesamten sozialistischen Staatengemeinschaft \u2013 f\u00fcr sein Hospital-Projekt zu werben und Sach- und Geldspenden zu akquirieren.<a name=\"_ftnref11\" href=\"#_ftn11\">[11]<\/a> Diese finanzierten sich auch aus Erl\u00f6sen von Schweitzer-Publikationen in den Ostblockstaaten. Aufsehen erregte der Kontakt Schweitzers zu DDR-Funktion\u00e4ren im Sommer 1961. G\u00f6tting war ein zweites Mal in Lambar\u00e9n\u00e9. Am 13. August \u2013 der Tag, als der Bau der Berliner Grenzanlagen den H\u00f6hepunkt der Berlinkrise markierte, befand er sich auf seiner R\u00fcckreise aus Gabun in Paris. Schweitzer hatte sich zuvor mit einem Brief an Walter Ulbricht gewandt, nicht wissend, dass die Staatsf\u00fchrung diesen Brief sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlichen und Schweitzers Engagement f\u00fcr die DDR einsetzen w\u00fcrde. Aus dem Westen Deutschlands erreichten Schweitzer nun zahlreiche kritische Schreiben, zum Beispiel von seinem alten Freund Theodor Heuss, dem ersten Bundespr\u00e4sidenten der BRD.<a name=\"_ftnref12\" href=\"#_ftn12\">[12]<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>G\u00f6tting, der die Beziehung zu Schweitzer auch zur pers\u00f6nlichen Profilierung im Inland zu nutzen wusste, veranlasste die Gr\u00fcndung des Albert-Schweitzer-Komitees in der DDR, um die Sach- und Geldspenden f\u00fcr Lambar\u00e9n\u00e9 einzusammeln und f\u00fcr den Transport nach Westafrika vorzubereiten. Thomas Suermann res\u00fcmiert: Albert Schweitzer wurde durch die DDR \u00bbinstrumentalisiert und diente der DDR als Gesicht der Antiatombewegung im Kampf mit dem Klassenfeind, da man einer globalen moralischen Autorit\u00e4t und deren Argumenten nur mit eigenem Gesichtsverlust widersprechen konnte.\u00ab<a name=\"_ftnref13\" href=\"#_ftn13\">[13]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kolonialromantik und Afrikapolitik in der DDR<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Verh\u00e4ltnis der Staatsf\u00fchrung in Person G\u00f6ttings zu Lambar\u00e9n\u00e9 stellt eine Sonderform der Entwicklungspolitik der DDR dar, da die Unterst\u00fctzung zwischen wenigen engagierten Personen abgewickelt wurde und keine offizielle diplomatische Kooperation darstellte.<\/p>\n\n\n\n<p>Am Anfang der 1960er Jahre unterst\u00fctzte das sozialistische Deutschland die Unabh\u00e4ngigkeitsbewegungen in sich dekolonialisierenden afrikanischen Staaten. Gepr\u00e4gt war diese Zeit durch Bem\u00fchungen der SED um internationale Anerkennung im Kontext der sogenannten Hallstein-Doktrin, die die alleinige internationale Repr\u00e4sentation Deutschlands f\u00fcr die Bundesrepublik beanspruchen sollte. Die SED suchte offen nach M\u00f6glichkeiten der Kooperation und Anerkennung in L\u00e4ndern wie \u00c4gypten, Algerien, Guinea, Mali, Kuba oder Ghana.<a name=\"_ftnref14\" href=\"#_ftn14\">[14]<\/a> Daneben manifestierten sich neben rhetorischen Solidarit\u00e4tsbekundungen erste Formen der materiellen Hilfe, die vor allem \u00fcber den Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) organisiert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Inwieweit diese Formen der staatlichen Kooperation und Solidarit\u00e4t Ausdruck der Fortschreibung post-kolonialer Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse oder einer egalisierenden sozialistischen Au\u00dfenpolitik sind, ist bis heute Gegenstand von akademischen Auseinandersetzungen.<a name=\"_ftnref15\" href=\"#_ftn15\">[15]<\/a> Aber trotz der konsequenten anti-rassistischen und anti-imperialistischen Klassenkampfrhetorik blieben auch die die DDR-Funktion\u00e4re alten kolonialen Bildwelten verhaftet, wie wir weiter unten sehen werden. Der weiter existierende Rassismus \u201ezuhause\u201c wurde genauso wenig problematisiert.<a name=\"_ftnref16\" href=\"#_ftn16\">[16]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Wirtschaftspolitisch waren die Beziehungen zu sozialistisch gepr\u00e4gten L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens von gro\u00dfer Wichtigkeit. Es kamen nicht nur viele Menschen nach Ostdeutschland, um beispielsweise Ausbildung und erste Berufserfahrung zum Aufbau des Sozialismus in ihre Heimatl\u00e4nder zu bringen, auch der Export von Technologien sollte die internationale Tragf\u00e4higkeit der sozialistischen Netzwerke (und Absatzm\u00e4rkte) st\u00e4rken.<a name=\"_ftnref17\" href=\"#_ftn17\">[17]<\/a> Gleichzeitig war die DDR auf Rohstofflieferungen aus dem Globalen S\u00fcden angewiesen.<a name=\"_ftnref18\" href=\"#_ftn18\">[18]<\/a> Im Arbeiter- und Bauernstaat hingegen galt der Kolonialismus als sogenanntes sp\u00e4tkapitalistisch-b\u00fcrgerliches Herrschaftsprojekt ganz offiziell als beendet.<a name=\"_ftnref19\" href=\"#_ftn19\">[19]<\/a> Die Geschichten von Vertragsarbeiter:innen aus Mosambik, aus Vietnam oder aus Kuba erz\u00e4hlen uns heute allerdings eine Gegengeschichte zur politischen und gesellschaftlichen \u00dcberwindung des Kolonialismus im Staatssozialismus. <a name=\"_ftnref20\" href=\"#_ftn20\">[20]<\/a><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geyers afrikanischer Motivzyklus<\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht nur die Etablierung wirtschaftlicher Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse, eine k\u00e4mpferische Klassenkampf-Rhetorik und die Etablierung einer eigenen, vergleichsweise progressiven Afrika-Wissenschaft,<a name=\"_ftnref21\" href=\"#_ftn21\">[21]<\/a> sondern \u00bbauch Kunst [\u2026] geh\u00f6rte [\u2026] zum au\u00dfenpolitischen Instrumentarium der DDR.\u00ab<a name=\"_ftnref22\" href=\"#_ftn22\">[22]<\/a> Das zeigt sich nicht zuletzt bei einem Blick auf das Werk des Bildhauers Gerhard Geyer (1907-1989) aus Halle\/Saale, der das Weimarer Schweitzer-Denkmal geschaffen hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Geyer gilt als Teil einer zweiten Generation von DDR-K\u00fcnstlern, die sich in den 1960er Jahren hervorgetan hatte: \u00bbSie gestalteten den Menschen in seiner vielschichtigen physischen und psychischen Einheit, in dynamischen und aktiven Momenten, in neuen und zeitbezogenen Aktdarstellungen.\u00ab<a name=\"_ftnref23\" href=\"#_ftn23\">[23]<\/a> Von sich reden machte Geyer erstmals mit der B\u00fcste <em>Kopf eines Mansfelder Bergmanns<\/em>, die 1962 mit dem Kunstpreis des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) ausgezeichnet wurde. Ein Jahr vorher, wenige Wochen vor dem Bau der Berliner Mauer im August 1961, unternahm Geyer gemeinsam mit seinem Bildhauer-Kollegen Walter Howard eine Reise nach Ghana (Unabh\u00e4ngigkeit 1957) und Guinea (Unabh\u00e4ngigkeit 1958). Geyer sollte dem <em>Trade Union Congress<\/em>, einer ghanaischen Gewerkschaft und Howard der guineischen <em>Conf\u00e9deration Nationale des Travailleurs de Guin\u00e9e<\/em> im Auftrag des FDGB und des Verbandes bildender K\u00fcnstler der DDR jeweils ein Denkmal gestalten, das als Geschenk der DDR an die Arbeiter:innen der k\u00fcrzlich unabh\u00e4ngig gewordenen afrikanischen Staaten \u00fcbergeben werden sollte.<a name=\"_ftnref24\" href=\"#_ftn24\">[24]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Die dreimonatige Reise hatte gro\u00dfen Einfluss auf das Werk des Hallenser Bildhauers. In den folgenden Jahren schuf er eine Anzahl an Plastiken, die \u00bbafrikanische\u00ab Motive abbilden.<a name=\"_ftnref25\" href=\"#_ftn25\">[25]<\/a> Mindestens drei Figuren aus dem Motivkreis sind heute noch im \u00f6ffentlichen Raum zu finden. Neben der Schweitzer-Gruppe in Weimar sind dies die Plastik <em>Afrikanerin mit Kind<\/em> (1961), 1969 aufgestellt in Halle-Neustadt<a name=\"_ftnref26\" href=\"#_ftn26\">[26]<\/a> und <em>Freies Afrika<\/em> (1961), seit 1964 vor dem Robertinum der Martin-Luther-Universit\u00e4t Halle\/Wittenberg. Letztere ist vermutlich die f\u00fcr die ghanaische Gewerkschaft angefertigte Plastik, die nie ihren Weg dorthin gefunden hat. Vor der Hallenser Universit\u00e4t aufgestellt, erf\u00fcllte sie dennoch einen diplomatischen Zweck, denn nicht mehr zwei namenlose ghanaische Arbeiter:innen sollten repr\u00e4sentiert werden, sondern der Philosoph Anton Wilhelm Amo. Auf der Plakette hei\u00dft es: \u00bbDem Andenken Anton Wilhelm Amos aus Axim in Ghana, dem ersten afrikanischen Studenten und Dozenten der Universit\u00e4ten Halle-Wittenberg und Jena 1727-1747.\u00ab<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignright size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-663\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-768x1024.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-225x300.jpg 225w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-9x12.jpg 9w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-1440x1920.jpg 1440w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/02-1-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption><br>Die Plastik Freies Afrika in Halle \/ Saale ist dem ersten afrikanischen Gelehrten in Deutschland, Anton Wilhelm Amo (1703-1753) gewidmet und steht heute in der Kritik.<br>Quelle: <a href=\"https:\/\/blackcentraleurope.com\/sources\/1500-1750\/anton-wilhelm-amo\/\" data-type=\"URL\" data-id=\"https:\/\/blackcentraleurope.com\/sources\/1500-1750\/anton-wilhelm-amo\/\">Black Central Europe<\/a><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Plastik Freies Afrika \u2013 heute in der Kritik<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Statue in Halle\/Saale ist ein fr\u00fches Zeugnis der Amo-Rezeption in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurde die Person Anton Wilhelm Amo als erinnerungspolitische Identifikationsfigur erneut verst\u00e4rkt ins \u00f6ffentliche Ged\u00e4chtnis gerufen; im August 2020 hat die Bezirksverordnetenversammlung von Berlin-Mitte die Umbenennung einer Stra\u00dfe eingeleitet. Die vorherige rassistische Stra\u00dfenbenennung im Zentrum der Hauptstadt war schon seit Jahren von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen kritisiert worden. Amo soll der neue Namenspate f\u00fcr die bisherige M*Stra\u00dfe werden.<a name=\"_ftnref27\" href=\"#_ftn27\">[27]<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Im Zuge der Auseinandersetzung um die Frage, wer in \u00f6ffentlichen R\u00e4umen geehrt wird, r\u00fcckte auch die Amo-Figur von Gerhard Geyer wieder ins \u00f6ffentliche Bewusstsein. Von vielen Seiten wird die Darstellung des ghanaischen Aufkl\u00e4rers, von dem keine bildlichen Zeugnisse \u00fcberliefert sind, kritisiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbBereits 1965 wurde auf dem Universit\u00e4tsring eine Statue zum Gedenken an den Gelehrten aufgestellt, die allerdings auch die Probleme einer paternalistischen Gedenkpolitik veranschaulicht. Antirassistische Gruppen kritisieren die von dem Bildhauer Gerhard Geyer gestaltete Figurengruppe, die eine m\u00e4nnliche und eine weibliche Figur zeigt: Die Statue stelle nicht Amo dar, sondern in klischeehafter Weise einen afrikanischen Mann neben einer afrikanischen Frau, beide im Rock und mit freiem Oberk\u00f6rper.\u00ab<a name=\"_ftnref28\" href=\"#_ftn28\">[28]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Neben den anti-rassistischen Initiativen kritisiert auch die Kunsthistorikerin Anna Greve in der Einleitung zu ihrer Habilitationsschrift die Darstellung als \u00fcberholt und unangemessen:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbEs ist symptomatisch f\u00fcr die Dominanz rassistischen Denkens in der wei\u00dfen Mehrheitsgesellschaft, dass das Denkmal f\u00fcr Amo ihn nicht als Philosophen, sondern v\u00f6llig inad\u00e4quat mit nacktem Oberk\u00f6rper, einem langen Rock und latschenartigem Schuhwerk zeigt. Besonders pikant ist, dass er mit einer in gleicher Weise \u203agekleideten\u2039 Frau dargestellt wird, obwohl gerade der Rassismus seiner Umwelt die Heirat mit einer wei\u00dfen Deutschen verhindert hatte.\u00ab<a name=\"_ftnref29\" href=\"#_ftn29\">[29]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Auch der Kunstwissenschaftler Christian Saehrendt kritisiert die Darstellung, sieht sie aber auch im kulturpolitischen Kontext der Ann\u00e4herungsversuche der DDR-Regierung an die aufstrebende sozialistische Regierung des jungen Ghana.<a name=\"_ftnref30\" href=\"#_ftn30\">[30]<\/a> Die Aufmerksamkeit, die das Beinahe-Amo-Denkmal in Halle in den vergangenen Jahren erfahren hat, zeugt von der erinnerungspolitischen Wiederentdeckung des Gelehrten aus dem 18. Jahrhundert. Die Ambivalenz der Erinnerung \u2013 fr\u00fches Beispiel der pers\u00f6nlichen W\u00fcrdigung Amos, aber in unertr\u00e4glicher Darstellung \u2013 \u00adbef\u00f6rdert die aktivistische Auseinandersetzung und l\u00e4sst die Figurengruppe in Halle heute in anderem Licht erscheinen. Das Weimarer Albert-Schweitzer-Denkmal hat eine kritische \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit bis heute nicht erfahren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Albert-Schweitzer-Denkmal f\u00fcr Weimar<\/h2>\n\n\n\n<p>Das Denkmal am Weimarer Kegelplatz ist die zweite Version einer Figurengruppe, die Gerhard Geyer zu Ehren Schweitzers geschaffen hat. Die erste Version fertigte er schon 1963 an. Sie sollte urspr\u00fcnglich in Bonn gezeigt werden.<a name=\"_ftnref31\" href=\"#_ftn31\">[31]<\/a> Die Plastiken zeigen die gleichen Figuren: Schweitzer mit Sch\u00fcrze und Tropenhelm, an seiner Seite ein jugendliches M\u00e4dchen, leicht abger\u00fcckt eine Frau mit um den Kopf gebundenem Tuch und einem Kleinkind im Arm, in der ersten Version offensichtlich ein Neugeborenes in ein Tuch gewickelt, in der zweiten Version ein Kleinkind, das aufrecht auf dem Arm der Mutter sitzt. Doch nicht nur ist die Arbeit von 1963 mit einer H\u00f6he von 40 Zentimetern deutlich kleiner, auch die Konstellation der Figuren zueinander unterscheidet sich. Die Kunstkritikerin Eleonore Hoffmann schrieb dazu 1969 in der <em>Wochenpost<\/em>, einer DDR-Wochenzeitung:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbSie [die Schweitzer-Gruppe von 1963, JN], noch unter den Eindr\u00fccken einer mehrw\u00f6chigen Guinea- und Ghanareise geformt, h\u00e4lt die erwartungsvolle Spannung fest, mit der eine junge Afrikanerin dem Arzt entgegentritt, Hilfe suchend f\u00fcr ihr Kind. Im \u00fcberlebensgro\u00dfen Denkmal [in Weimar, JN] dagegen stehen sich die Personen nicht gegen\u00fcber; sie sind im Winkel nebeneinander geordnet. Sitzend, geheilt das Kind auf dem Arm der Mutter. Ausgeglichen nun deren Z\u00fcge. Sch\u00fctzend erhebt sich die Rechte Schweitzers hinter dem R\u00fccken eines Pfleglings.\u00ab<a name=\"_ftnref32\" href=\"#_ftn32\">[32]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft size-large is-resized\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/10-739x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-667\" width=\"-266\" height=\"-368\" srcset=\"https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/10-739x1024.jpg 739w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/10-217x300.jpg 217w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/10-768x1064.jpg 768w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/10-9x12.jpg 9w, https:\/\/decolonize-weimar.org\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/10.jpg 816w\" sizes=\"(max-width: 739px) 100vw, 739px\" \/><figcaption><br>Abb. 6: Die erste Version der Schweitzer-Gruppe von 1963, die mit etwa 40 Zentimetern H\u00f6he noch deutlich kleiner ist. Quelle: Neues Deutschland vom 20. November 1965, S. 8.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die kleinere, erste Figurengruppe von 1963 ging 1969 als Geschenk der Ost-CDU an das G\u00fcnsbacher Albert-Schweitzer-Zentralarchiv, das von Schweitzers ehemaliger Mitarbeiterin Emmy Martin geleitet wurde, \u00bbals [\u2026] sichtbare[r] Ausdruck der Verehrung, die wir in der Deutschen Demokratischen Republik unserem gemeinsamen Freund \u00fcber das Grab hinaus entgegenbringen.\u00ab<a name=\"_ftnref33\" href=\"#_ftn33\">[33]<\/a> Der Bildhauer Gerhard Geyer selbst schilderte seine Gedanken zum Monument f\u00fcr Schweitzer selbst in einem Interview in der CDU-nahen DDR-Tageszeitung <em>Neue Zeit<\/em>. Ausgangspunkt sei die Reise nach Ghana und Guinea gewesen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-style-default is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>\u00bbDie Menschen dort sind in besonderem Ma\u00dfe plastisch, schon durch die dunkle Haut, dann durch die Gew\u00e4nder und die Bewegungen. Besonders angeregt wurde ich in Conakry [Hauptstadt Guineas, JN], wo die Menschen noch einfacher, nat\u00fcrlicher und b\u00e4uerlicher waren als in Ghanas Hauptstadt Accra.\u00ab<a name=\"_ftnref34\" href=\"#_ftn34\">[34]<\/a><\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Der Tropenhelm Schweitzers sei \u00bbf\u00fcr den Ausdruck wichtiger als man erwarten konnte. Ohne Helm wirkte die Figur wie ein G\u00e4rtner\u00ab<a name=\"_ftnref35\" href=\"#_ftn35\">[35]<\/a>, res\u00fcmierte Geyer einige Tage vor der Enth\u00fcllung des Denkmals in Weimar. Sp\u00e4ter erl\u00e4uterte er in einem Interview mit der DDR-Zeitschrift <em>Bildende Kunst<\/em>, dass er beispielsweise mit einer einfachen B\u00fcste nicht von der gesellschaftlichen Wirkung Schweitzers h\u00e4tte erz\u00e4hlen k\u00f6nnen. Deswegen habe er sich f\u00fcr die narrativen Qualit\u00e4ten der Gruppenplastik entschieden und betonte die \u00bbliterarisch-erz\u00e4hlende Aussagem\u00f6glichkeit\u00ab<a name=\"_ftnref36\" href=\"#_ftn36\">[36]<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stereotype Kennzeichen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die drei namenlosen Figuren neben Schweitzer werden durch Geyer in beiden Versionen des Denkmals, wie schon bei anderen Arbeiten des Motivzyklus, durch stereotype Merkmale als \u00bbafrikanisch\u00ab markiert. Dabei werden auch archetypische Bilder und Motive bedient, die in der Regel Frauen und Kinder als Symboltr\u00e4ger:innen f\u00fcr Unschuld und Hoffnung abbilden, wie Christina Schwenkel am Beispiel Vietnams erl\u00e4utert.<a name=\"_ftnref37\" href=\"#_ftn37\">[37]<\/a> Damit wird das Helfen Schweitzers nicht nur rassifiziert, sondern insbesondere auch durch die Konstruktion von Hilfsbed\u00fcrftigkeit markiert, die die Darstellung von Frau und Kindern transportiert. Auch das Motiv der \u00bbJugend\u00ab taucht schon in Geyers Afrika-Zyklus auf und symbolisiert die Hoffnungen auf eine bessere \u2013 sozialistische \u2013 Zukunft. &nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In Geyers Denkmal finden sich also alle der von Suermann genannten kolonialen Spannungsverh\u00e4ltnisse, die sich in der Person Schweitzers \u00fcberlagern. \u00dcberzeichnete k\u00f6rperliche Z\u00fcge und ein als nicht-europ\u00e4isch ausgestalteter Kleidungsstil heben die Unterschiede der Schweitzer zur Seite gestellten Figuren zur Schweitzer-Figur selbst hervor. Als \u00bbeurop\u00e4isch\u00ab wird Schweitzer durch seine Kontrastierung dargestellt: Die groben Gesichtsz\u00fcge, der Philosophenbart und die prankengro\u00dfen H\u00e4nde stehen im Kontrast zu den feiner ausgearbeiteten anderen Figuren. Diese K\u00f6rper der Namenlosen hingegen sind an erster Stelle das Ergebnis kolonialer Imaginationen. Auch ihr Kleidungsstil entspricht einem idealisierten, aber diffusen Afrika-Bild und steht damit im Gegensatz zu der eindeutigen Symbolik des Tropenhelms, der heute als Kennzeichen eines europ\u00e4ischen Kolonisators gelesen werden kann. Durch die Konstellation der Figuren zueinander wird das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Arzt als \u201ewei\u00dfem Retter\u201c und den hilfsbed\u00fcrftigen Patientinnen manifestiert. Durch die auch von Eleonore Hoffmann als hilfesuchend beschriebenen Personen wird der von Schweitzer selbst gew\u00e4hlte Auftrag, in Lambar\u00e9n\u00e9 als Arzt zu wirken, nachtr\u00e4glich legitimiert. Als Gruppe suggerieren die Figuren eine harmonische Gemeinschaft, die durch die horizontale Anordnung als ebenb\u00fcrtig dargestellt werden soll. Das ist aber vielmehr Abbild von europ\u00e4ischen Projektionen und Ergebnis der Rechtfertigung von Schweitzers Stellung im europ\u00e4ischen Kolonialismus. Die tats\u00e4chlichen hierarchischen Verh\u00e4ltnisse zwischen Schweitzer, seinen Mitarbeiter:innen und seinen Patient:innen sind deutlich komplexer und bis heute Gegenstand kontroverser Auseinandersetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Denkmal selbst findet in Weimar erinnerungspolitischen Kontext, der fernab des \u00bbSchaufensters\u00ab der DDR \u2013 Ost-Berlin \u2013 in den kulturhistorischen Kontext eines \u00bbsozialistischen Humanismus\u00ab eingebettet werden konnte. Weimar wurde f\u00fcr den Staatssozialismus der DDR zu einem Ort der Legitimation aus der Geschichte: Luther, Bach und die Klassik dienten dabei genau wie das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald als nationale Erinnerungssteinbr\u00fcche, aus denen der sozialistische deutsche Staat eine spezifische, aber unscharfe Form der Identit\u00e4t herausbrechen konnte. Koloniale Abh\u00e4ngigkeiten werden nicht thematisiert. Das Wirken Schweitzers wird hier als Humanismus, als christliche N\u00e4chstenliebe oder als internationale Solidarit\u00e4t transportiert.<\/p>\n\n\n\n<p>In Weimar standen zun\u00e4chst vier Standorte zur Debatte. Bei einem Ortsbesuch konnte aber keiner dieser Orte Geyer \u00fcberzeugen. Er selbst w\u00e4hlte den f\u00fcr ihn st\u00e4dtebaulich interessantesten Ort am Kegelplatz aus. Der Bildhauer sch\u00e4tzte das historische Ensemble, den alten Baumbestand und eine \u00bbintime Atmosph\u00e4re\u00ab, die er aber gleichzeitig nicht \u00bbfern oder gar abseits vom pulsierenden gesellschaftlichen Leben der Stadt\u00ab<a name=\"_ftnref38\" href=\"#_ftn38\">[38]<\/a> vorzufinden wusste.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Und heute?<\/h2>\n\n\n\n<p>1983 wurde das Denkmal um eine Gedenkst\u00e4tte erweitert, die nach denkmalgerechter Sanierung im Haus des M\u00e4rchendichters Carl August Mus\u00e4us (1735-1787) am Kegelplatz eingerichtet wurde. Das 1963 gegr\u00fcndete Albert-Schweitzer-Komitee des Roten Kreuzes der DDR erwarb das Haus aus Mitteln einer gespendeten Erbschaft. In dieser Konstellation aus Gedenkst\u00e4tte und Bronzeplastik \u00fcberstand das Schweitzer-Gedenken in Weimar den Umbruch von 1989\/90. In dem Haus fand das Komitee feste R\u00e4umlichkeiten, anl\u00e4sslich des zwanzigj\u00e4hrigen Bestehens der Lambar\u00e9n\u00e9-Hilfe in der DDR. Nach der Wende wurde das Komitee in einen Verein \u00fcberf\u00fchrt und 1993 einer Stiftung angegliedert. Stiftung und Verein betreuen heute eine Ausstellung im Haus, sammeln nach wie vor Spenden f\u00fcr Gabun und f\u00fcr die Pflege des geistigen Erbes Schweitzers. \u00bb\u203aAufh\u00e4nger\u2039 und Schwerpunkt der Ausstellung in der neuen Schweitzer-Gedenkst\u00e4tte wurden die Pr\u00e4gungen des els\u00e4ssischen Theologen und Philosophen durch Weimarer Pers\u00f6nlichkeiten wie Goethe, Bach, Schopenhauer und Nietzsche.\u00ab<a name=\"_ftnref39\" href=\"#_ftn39\">[39]<\/a> Diese Konstruktion und Einbettung humanistischen Erbes steht, wenn auch unbeabsichtigt, in einer Linie mit der Legitimation europ\u00e4ischen Kolonialismus, der auf der Unterscheidung eines \u00bbzivilisierten\u00ab Europas und eines \u00bbnat\u00fcrlichen\u00ab Afrikas beruht.<a name=\"_ftnref40\" href=\"#_ftn40\">[40]<\/a> Die Assoziation mit Nat\u00fcrlichkeit und Einfachheit hatte auch Gerhard Geyer im Sinn, als er die Figuren f\u00fcr seinen afrikanischen Zyklus schuf, wie das Zitat oben verr\u00e4t. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Blicke austauschen<\/h2>\n\n\n\n<p>Ist Albert Schweitzer also zu einem \u00bbneuen Klassiker\u00ab<a name=\"_ftnref41\" href=\"#_ftn41\">[41]<\/a> in Weimar avanciert? Wohl kaum. Aber Denkmal und Gedenkst\u00e4tte sind Teil des \u00bbGed\u00e4chtnisses der Stadt\u00ab<a name=\"_ftnref42\" href=\"#_ftn42\">[42]<\/a> geworden. Die Geschichte, die dieser Beitrag erz\u00e4hlt hat, ist mit dem Untergang der DDR unsichtbar geworden. Sie ist aber \u2013 und das ist das Entscheidende \u2013 r\u00e4umlich manifestiert. Das Denkmal selbst ist dabei Teil einer lokalen und globalen Geschichtskultur, die internationale Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnisse genauso in sich tr\u00e4gt wie rassistische Stereotype in der Kunst oder die Suche nach \u00bbVorbildern\u00ab in beiden deutschen Staaten der Nachkriegszeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Begegnet man der Figurengruppe, f\u00e4llt zun\u00e4chst auf, dass diese auf (fast) keinem Sockel stehen. Ebenerdig und nur leicht \u00fcberlebensgro\u00df sollen sie nahbar und menschlich erscheinen. Als Identifikationsfigur ist allerdings nur Schweitzer angelegt \u2013 aber auch er spricht heute nicht mehr zu uns, bleibt seltsam stumm. Wir sehen ihn als denjenigen, der als Arzt nach Afrika gegangen ist, \u00bbum ohne irgendein Reden wirken zu k\u00f6nnen.\u00ab<a name=\"_ftnref43\" href=\"#_ftn43\">[43]<\/a> Diese Einstellung ist es auch, die seinen kolonialen Tunnelblick bef\u00f6rdert hat: An Austausch war ihm nicht gelegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die anderen Menschen der Figurengruppe bleiben namenlos. Eine Rolle in der Schweitzer-Geschichte spielen sie nur als depersonalisierte, rassifizierte Objekte der Gutm\u00fctigkeit und des Humanismus des \u00bbUrwalddoktors\u00ab. Die Merkmale hingegen, die Menschen als \u00bbafrikanisch\u00ab markieren sollen, entstammen einer jahrhundertealten Bildgeschichte und reproduzieren diese verkrusteten Bilder eines modernisierungsbed\u00fcrftigen Afrikas, die so lange Anlass und Legitimation des unterdr\u00fcckerischen Kolonialsystems in all seinen Facetten war \u2013 und \u00fcber dessen, de jure, Ende hinaus geblieben ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schweitzer-Gedenken kennt h\u00e4ufig nur ein Subjekt: Die Person Albert Schweitzer selbst. Diese Verengung \u2013 und der apologetische Hinweis, sein Rassismus sei ein Kind seiner Zeit \u2013 k\u00f6nnen die Sicht vernebeln: auf eine differenziert w\u00fcrdigende, aber auch problematisierende Erz\u00e4hlung \u00fcber Schweitzer und \u00fcber die Schweitzer-Geschichtsschreibung, auch in der DDR. So blicken alle Figuren der Plastik auf eine seltsame Art und Weise ins Nichts. Vielleicht sind sie alle gezeichnet von Alter, von Krankheit, von Erm\u00fcdung, von Sorge. Jedenfalls besteht keine weitere Verbindung zwischen ihnen als die des Helfenden und der Hilfsbed\u00fcrftigen. Will man aber \u00bbvon der Imagepflege zur historischen Verantwortung\u00ab<a name=\"_ftnref44\" href=\"#_ftn44\">[44]<\/a> \u00fcbergehen, sei die Auseinandersetzung mit dem Denkmal angeraten. Wie kann es gelingen, die Figuren auch im 21. Jahrhundert zum Sprechen zu bringen?<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt jedenfalls steht uns ein Mann gegen\u00fcber, dessen Blick durch den Tropenhelm \u00fcberschattet wird.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Sofern nicht anders angegeben alle biografischen Angaben aus Oermann, Nils Ole: Albert Schweitzer 1875-1965. Eine Biografie, M\u00fcnchen: C.H. Beck 2013 (Beck\u2019sche Reihe).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Suermann, Thomas: Albert Schweitzer als \u201ehomo politicus\u201c: Eine biographische Studie zum politischen Denken und Handeln des Friedensnobelpreistr\u00e4gers, Berlin: Wissenschaftsverlag 2012, S. 299.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Oermann, Nils Ole \/ Suermann, Thomas: Albert Schweitzers Lambarene, in: Zimmerer, J\u00fcrgen (Hg.): Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte, Bonn: bpb 2013, S. 270-281.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Ebd., S. 274.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Baur, Hermann: F\u00fcr oder gegen Albert Schweitzer?, in: Hippokrates 33\/1962, S. 982-986.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Oermann\/Suermann, Albert Schweitzers Lambarene (Anm. 3), S. 276;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Rede abgedruckt in Gerald G\u00f6tting: Albert Schweitzer \u2013 Pionier der Menschlichkeit, Berlin: Union Verlag 1970, S. 25-38.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> zit. nach: Suermann, Thomas: Albert Schweitzer als \u201ehomo politicus\u201c: Eine biographische Studie zum politischen Denken und Handeln des Friedensnobelpreistr\u00e4gers, Berlin: Wissenschaftsverlag 2012, S. 270.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Lapp, Peter Joachim: Gerald G\u00f6tting, CDU-Chef in der DDR. Eine politische Biografie. Aachen: Helios 2011, S.115f.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Nach einem Drehbuch von Havemann entstand 1960 ein zehnmin\u00fctiger Dokumentarfilm bei der DEFA mit dem Titel Besuch in Lambarene, Ersteinsatz 13. Mai 1960. https:\/\/www.defa-stiftung.de\/filme\/filmsuche\/besuch-in-lambarene\/ (Aufruf 27.2.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Oermann, Albert Schweitzer (Anm. 1), S. 279.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Suermann, Albert Schweitzer (Anm. 6), S. 278.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Ebd., S. 274.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Van der Heyden, Ulrich: GDR International Development Policy Involvment. Doctrine and Strategies between Illusions and Reality 1960-1990. The example (South) Africa. Wien: Lit 2013, S. 39.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Siehe zum Beispiel: Schwenkel, Christina: Building Socialism. The Afterlife of East German Architecture in Urban Vietnam. Durham: Duke University Press 2020, S. 105ff.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Siehe das Doku-Portal der Stasi-Unterlagenbeh\u00f6rde unter <a href=\"https:\/\/www.bstu.de\/informationen-zur-stasi\/themen\/beitrag\/rassismus-im-ddr-alltag\/\">https:\/\/www.bstu.de\/informationen-zur-stasi\/themen\/beitrag\/rassismus-im-ddr-alltag\/<\/a> (Aufruf 6.4.2021, CN: rassistische Sprache!)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> So zum Beispiel der Export von Wissen und Technologien des Bauwesens, siehe u.a. Butter, Andreas: Showcase and window to the world: East German architecture abroad 1949-1990, in: Planning Perspectives 2\/2017, S. 249-269.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Saehrendt, Christian: Kunst im Kampf f\u00fcr das \u00bbSozialistische Weltsystem\u00ab. Ausw\u00e4rtige Kulturpolitik der DDR in Afrika und Nahost, Stuttgart: Franz Steiner Verlag 2017, S. 50.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Siehe u.a. Conrad, Sebastian: R\u00fcckkehr des Verdr\u00e4ngten? Die Erinnerung an den Kolonialismus in Deutschland 1919-2019, in ApuZ 40-42\/2019, https:\/\/www.bpb.de\/apuz\/297599\/rueckkehr-des-verdraengten-die-erinnerung-an-den-kolonialismus-in-deutschland-19192019?p=all (Aufruf 27.2.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Giese, Luisa \/ Langbein, Daniel \/ Rehling, Charlotte: Hetze in Erfurt: Alltagsrassismus als koloniales Erbe, <a href=\"https:\/\/decolonizeerfurt.wordpress.com\/hetze-in-erfurt\/\">https:\/\/decolonizeerfurt.wordpress.com\/hetze-in-erfurt\/<\/a> (Aufruf 6.4.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Heyden, Ulrich van der: Die Afrikawissenschaften in der DDR. Das Beispiel s\u00fcdliches Afrika, in: Krauth, Wolf-Hagen\/Wolz, Ralf: Wissenschaft und Wiedervereinigung. Asien- und Afrikawissenschaften im Umbruch, Berlin: Akademie-Verlag 1998, S. 371-442.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Saehrendt, Kunst im Kampf (Anm. 18), S. 8.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Dietrich, Gerd: Kulturgeschichte der DDR. Band II: Kultur in der Bildungsgesellschaft 1958-1976, Bonn: bpb 2019, S. 1303.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00bbAfrika zerbricht die Ketten\u00ab, in: <em>Neues Deutschland<\/em> vom 7.3.1961, S. 4.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> \u00bbJunges Afrika\u00ab 1961, \u00bbFigurengruppe aus Guinea\u00ab 1961, \u00bbAfrikanische Mutter\u00ab 1962, \u00bbDas Gespr\u00e4ch\u00ab 1962, \u00bbGruppe mit Albert Schweitzer\u00ab 1963\/1968 und weitere. 1965 Einzelausstellung mit Afrika-Plastiken in Halle\/Saale, er\u00f6ffnet am 19.3.1965.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Durch den Historiker Jeff Bowersox von der Initiative Black Central Europe vorsichtig gew\u00fcrdigt, https:\/\/blackcentraleurope.com\/quellen\/1945-1989-deutsch\/eine-afrikanerin-mit-ihrem-kind-1961\/, (Aufruf 5.3.2021).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Rothenpieler, Greta: \u00bbEine Feier f\u00fcr die Umbenennung\u00ab, in: <em>taz<\/em>, 23.8.2020, <a href=\"https:\/\/taz.de\/Umstrittene-MStrasse-in-Berlin\/!5704013\/\">https:\/\/taz.de\/Umstrittene-MStrasse-in-Berlin\/!5704013\/<\/a> (Aufruf 31.03.2021), siehe auch die Online-Ausstellung zu Leben und Denken Amos unter <a href=\"https:\/\/savvy-contemporary.com\/en\/projects\/2021\/the-faculty-of-sensing\/\">https:\/\/savvy-contemporary.com\/en\/projects\/2021\/the-faculty-of-sensing\/<\/a> (Aufruf 09.04.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Nowak, Peter: \u00bbDer vergessene Aufkl\u00e4rer\u00ab, in: Jungle World 2020\/32, https:\/\/jungle.world\/print\/pdf\/node\/68494\/debug, (Aufruf 5.3.2021)<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Greve, Anna: Farbe \u2013 Macht \u2013 K\u00f6rper. Kritische Wei\u00dfseinsforschung in der europ\u00e4ischen Kunstgeschichte, KIT Scientific Publishing, Karlsruhe 2013, http:\/\/books.openedition.org\/ksp\/266, S. 13.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Saehrendt, Kunst im Kampf (Anm. 18), S. 70.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> Mei\u00dfner, G\u00fcnter: \u00bbGeyer, Gerhard\u00ab, in: Beyer, Andreas \/ Savoy, B\u00e9n\u00e9dicte \/ Tegethoff, Wolf: Allgemeines K\u00fcnstlerlexikon Online. Berlin, Boston: K. G. Saur, 2009, https:\/\/www.degruyter.com\/document\/database\/AKL\/entry\/_00055698\/html (Aufruf 5.3.2021).<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> zitiert nach: Rundbrief 15\/1969 des Albert-Schweitzer-Komitees beim Pr\u00e4sidium des Deutschen Roten Kreuzes in der DDR, S. 28.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> \u00bbSichtbarer Ausdruck der Verehrung\u00ab, in <em>Neue Zeit <\/em>vom 15. Juni 1969, S. 4.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> \u00bbDen reizvollen Willkommensgru\u00df vor dem Haus entbietet der Eselreiter. Zu Gast im Atelier des Hallenser Bildhauers Gerhard Geyer\u00ab, in: <em>Neue Zeit<\/em> vom 28. September 1968, S. 10.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Ebd.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> zitiert nach: Rundbrief 15\/1969 (Anm. 32), S. 28.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Schwenkel, Building Socialism (Anm. 15), S. 93.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Rundbrief 15\/1969 (Anm. 32), S. 28<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Seemann, Annette: Weimar. Eine Kulturgeschichte, M\u00fcnchen: C.H. Beck 2014, S. 359.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Zimmerer, J\u00fcrgen: Kolonialismus und kollektive Identit\u00e4t: Erinnerungsorte der deutschen Kolonialgeschichte, in: ders. (Hrsg.): Kein Platz an der Sonne. Erinnerungsorte der Deutschen Kolonialgeschichte, Bonn: bpb, S. 9-37, hier S. 25.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Seemann, Weimar (Anm. 39), S. 359.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Assmann, Aleida: Wie entsteht das Ged\u00e4chtnis einer Stadt?, in: Kulturpolitische Mitteilungen IV\/2020, S. 40-42.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Albert Schweitzer im Jahr 1965 \u00fcber seine Entscheidung f\u00fcr die Missionsarbeit, zitiert nach Oermann, Schweitzer (Anm. 1), S. 87.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Assmann, Wie entsteht (Anm. 42).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oder: Wie Albert Schweitzer nach Weimar kam. Jannik Noeske CN: Rassistische Bilder und Sprache Ganz im Norden der Weimarer Altstadt, zwischen Stadtschloss, Marstall und Ilm, liegt der Kegelplatz. Auf dem idyllischen kleinen Stadtplatz befindet sich eine Bronzestatue zu Ehren Albert Schweitzers. Der Arzt, Theologe und Philosoph wird als Teil einer Figurengruppe dargestellt \u2013 neben ihm&hellip;<\/p>","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":5,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":""},"class_list":["post-613","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/613","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=613"}],"version-history":[{"count":49,"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/613\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":715,"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/613\/revisions\/715"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/5"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/decolonize-weimar.org\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=613"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}